Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schäumig, schaumig, adj.

schäumig, schaumig, adj.
spumosus, scheumig Stieler 1745, schumig, spumeus Dief. 548ᵃ, schaumig, spumeus, spumosus Dasypodius; in neueren mundarten schümig Schambach 187ᵃ, schumig Hunziker 232. jetzt nur wenig in der dichtersprache gebraucht, sonst wie schäumicht (s. d.) durch andere wendungen ersetzt; von wogen:
entfesselt ihr den sturm gleich, dasz er kämpfe
auf tempel, und die schäum'gen wogen ganz
vernichten und verschlingen alle schiffahrt.
Shakespeare Macbeth 4, 1;
wo schwebend nur des meeres möven fliehn,
und drunterhin die schäum'gen wogen schwallen.
Rückert poet. werke 5, 77;
vom flusse:
(die Rhone, die) in einem wilden thal und abgelegenen ort
sich rasend zornig stellt, kommt schaumig hergelauffen.
Rompler 131;
da (in Tiburs olivenwald) las, Horaz, ich deine lieder
über des Anio schäumigem sturze.
Kinkel ged. (1857) 460;
vom meere:
und dann: als kurz ich vor im haine ging,
springt, hup! ein mann ins brausend schaum'ge meer.
Grillparzer 6, 66;
übertragen vom schaumbedeckten ufer:
bis endlich ihr kiel
das schaumige ufer berührte.
Stolberg 1, 306;
von klippen:
fest wie ein felsen des meers, wann grosz anflutet die brandung;
... die gestein' umher und die schäumigen zacken
brausen umsonst.
Voss Äneis 7, 589.
in freien wendungen, vom blute: die zeichen der verwunten lünge sind, das blut, daz do ausgat ist rot und scheumig. Braunschweig chir. (1498) 73ᵃ; vom arzneitranke:
sieh, mein sohn, hier ist ein (heil-)mittel,
sieh den glimmernd schäum'gen saft.
Grillparzer 6, 175;
vom wein:
hier ja steht mein freudenwein.
nie ja trank ich so gewürzten,
feurig-starken, schäum'gen, dunkeln.
6, 184.
als beiwort von thieren und deren gliedern, nach schaum B, I, 1, d vom eber, schäumend: zu beden seytten wie ein schaumiger eber umb sich stechen und hawen. kriegsb. d. friedes 110; von der zunge des ochsen: ich muszte mein gesicht von seiner schaumigen zunge belecken lassen. Bettina tageb. 168.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2370, Z. 12.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schäumig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%A4umig>, abgerufen am 02.08.2021.

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