Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schöffenbar, adj.

schöffenbar, adj.:
schöpfenbar, et schöppenbarfrey, honestus, inculpatus, integrae fidei: unde schöpfenbare leute, qui aptitudine scabini esse possunt Stieler 1715, scabino aequalis, omnia possidens, quae ad auctoritatem scabini in judicio superiori requiruntur Frisch 2, 219ᶜ; einem schöffen an würde gleich Adelung ('ehemals gangbarer als jetzt'). s. auch Wachter 1458 f. Krünitz 147, 731. Wallraf 75, mhd. scheffenbære Scherz-Oberlin 1429, mnd. schepenbar nd. korrespondenzbl. 9, 37: scepenbare lüde muten wol ordel vinden over iewelken man. Sachsensp. 2, 12, 1; vorsten, vrie herren, scepenbare lüde, die sin gelik in bute unde in weregelde. 3, 45, 1; un mach men merken dryerleye vryen, de ersten heten schepenbare vryen. quelle bei Schiller-Lübben 2, 625ᵇ, 44; schopfenbare freye leute, das sind die unbescholten, und an jhren ehren und rechten unverrükket seyn, also dasz man sie zu schöpfen wehlen mag. Schottel 325ᵇ; dieses waren die ingenui der Deutschen, und die später so genannten schöpfenbaren leute, oder der erste und älteste deutsche adel. Möser phantas. 4, 272; vgl. auch schöffenbarkeit.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1444, Z. 56.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schöffenbar“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%B6ffenbar>, abgerufen am 02.08.2021.

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