Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schönfahrsegel, n.

schönfahrsegel, n.
das grosze segel, das untersegel des hauptmastes Eggers kriegslex. 2 (1757), 323. Adelung. Jacobsson 4, 35ᵇ. Sallmann 31ᵇ, auch schönfahrtsegel Bobrik 611ᵇ, in einer quelle des 15. jh. bei Frischbier 2, 311ᵃ schonferszel, vielleicht, weil das segel nur bei schönem wetter gebraucht wird? Adelung vermutete umdeutung aus einem unverstandenen niederd. worte. thatsächlich begegnet daneben schoversegel Campe. Bobrik 611ᵃ, ndl. schooverseyl, velum medium, velum maximum Kilian, das, wie die übergangsform des 15. jahrh. zeigt, als im grunde dasselbe wort betrachtet werden darf. es bleibt jedoch zweifelhaft, ob diese form, wie Campe meint, wirklich die ursprüngliche ist oder ob darin eine entstellung aus schönfahrsegel vorliegt, weil sich auch dafür keine sichere etymologie geben läszt. darf ndl. schoove, merges, schooven, colligere in fasciculos herangezogen werden? Bobrik gibt a. a. o. auszerdem als ndl. schoonvartzeil an, als dän. skonfarsejl, als schwed. skonnvalssegel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1506, Z. 74.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schönfahrsegel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%B6nfahrsegel>, abgerufen am 29.07.2021.

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