Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schönschreiber, m.

schönschreiber, m.
1)
der in schönen buchstaben schreibt, kalligraph Campe: in einer klosterzelle sasz der schönschreiber der abtei, glättete und linierte sein pergament, schrieb unermüdlich die worte nach, die er nicht immer verstand. Freytag 17 (1888), 363.
2)
der in schönen worten schreibt, mit dem beisinn des gekünstelten, vgl. schönredner: unsern kleinen schönschreibern wird sie (Reiskes übersetzung des Demosthenes) freylich wohl nie gefallen; aber leute, welche wahrheit und nachdruck schätzen, .. werden sie um wie vieles nicht missen wollen. Lessing 12, 223; und warum lassen unsere schönschreiber nach der mode eben dies aurum volubile fallen? Herder bei Campe; überall hört man nur den schönschreiber und rhetor mit seinen hochtrabenden gekünstelten redensarten. Schlosser weltgesch. 4, 332.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1524, Z. 48.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schönschreiber“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%B6nschreiber>, abgerufen am 02.08.2021.

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