Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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schopfe, f.

schopfe, f.
für schuppe, s. daselbst:
aber
der hochgeweihte fisch verlohr die silber-schopffen.
Lohenstein Cleopatra 15, 536.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1533, Z. 72.

schöpfe, m.

schöpfe, m.,
s. schöffe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1533, Z. 76.

schöpfe, f.

schöpfe, f.
schöpfstelle, schöpfgefäsz, nominalbildung zu schöpfen, s. daselbst. ähnlich schon mnd. schope schöpfkelle, besonders die grosze füllkelle der brauer, embotum, funda, fundibulum, instrumentum braxandi, candibulum, auch schupe, schuppe Schiller-Lübben 4, 117ᵇ.
1)
stelle, wo man wasser schöpfen kann, besonders ein tritt oder stufen aus brettern, die man bei einem flusse anlegt, um bequemer zum wasser hinabsteigen und schöpfen zu können, s. öcon. lex.² 2639 f. Jacobsson 4, 36ᵇ. Adelung: item dasselb mallwasser sol gen und gelangen vom dorf hinab gen Mitteranger und die mair der dreier hof, genant die Gwarter, sullen ir wasser albeg an der scheph zu irer notdurft vinden und nemen. tirol. weisth. 4, 55, 6.
2)
gerät zum schöpfen, so schon mnd., besonders von der füllkelle der brauer (s. oben), ferner vom schöpflöffel (vgl. daselbst) der färber Jacobsson 4, 36ᵇ; vgl. auch nl. scheppe dair men mede schept, hausorium Teuth. bei Woeste 227ᵇ; zuͦm achten so ist in dem schiff ain schüssel oder ain schöpf damit man das wasser mag ausz den löcheren schöpffen. Keisersberg schiff d. penitenz 6ᶜ; das wasser was so grosz, das man dy fesser mit einer schepffen über die brucken an alle gerüst einschepfft und füllet. d. städtechron. 15, 55, 25; vgl. dazu bair. der und die schapffen 'schöpfgefäsz von böttcherarbeit, gewöhnlich an einem langen stiele befestigt' Schm. 2, 438, sowie schaff, n. theil 8, 2013 ff., für das wol mit recht zugehörigkeit zu schöpfen vermutet wurde. in neuern mundarten thür. schöpfe, schepfe gefäsz zum schöpfen Hertel sprachsch. 220, in Aachen schöpp, schepp, f. dasselbe, ferner schöpflöffel, sauciere, brühnäpfchen Müller-Weitz 221, nd. scheppe Woeste 227ᵇ.
3)
in folgender bildlicher verwendung scheint die bedeutung 'das schöpfen' zu grunde zu liegen (oder zu 2?): ihren unterricht pflegte sie eine schöpfe zu nennen. wollte gott, setzte sie hinzu, aus einem gesundbrunnen, aus einem brunnen des lebens! Hippel 4, 93.
4)
andre bedeutungen gehören kaum hierher und beruhen nur auf zufälliger lautähnlichkeit.
a)
schnellgalgen?: ein gefangener wird auff die schöpffen gesetzt. d. städtechron. 11, 557, anmerk. 3, vgl. das glossar und schupfe.
b)
hennebergisch, schaufel des schäfers und ziegenhirten Spiesz 226, vgl. schippe sp. 206.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1533, Z. 77.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schöpfe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%B6pfe>, abgerufen am 23.07.2021.

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