Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schöpferin, f.

schöpferin, f.
die schöpft, weiblicher schöpfer; fem. zu schöpfer, doch nur in der bedeutung I gebräuchlich: schäpferinn (die) creatrix Steinbach 2, 386; von der natur:
und erforschet auff ein end,
wasz die schäpfferin für sachen
in das wält-gewölb gelegt.
Rompler von Löwenhalt 86;
schau dein und aller wesen,
natur, erschafne schöpferin!
Creuz 1, 33;
(Etrurien,) wo die natur, das auge zu entzücken,
recht sinnreich ist, berg, thal und busch zu schmücken,
und wahl und kunst, durch edelmüthgen fleisz,
der schöpferinn klug nachzuahmen weisz.
Hagedorn 2, 170;
von genien und personificationen:
o (freundschaft), lächle mir erhörung zu,
dasz wir dich schöpferinn der ruh,
und schutzgöttinn des lebens preisen!
Gotter 1, 221;
kommt, den jubelsang mit uns zu singen,
denen liebe gab die schöpferin!
Hölderlin 1, 37 (hymne an die göttin der harmonie);
o so komme du mir zu hülffe jammer, und du reue .. ewige zerstörinnen und ewige schöpferinnen eures giftes. Schiller räuber 2, 1 schausp.; von menschen: ich will nur fragen, was Milady .. berechtigen konnte, sich zur schöpferin meines glüks aufzuwerfen, ehe sie noch wuszte, ob ich mein glük auch von ihren händen empfangen wolle? kab. u. liebe 4, 7;
oder sollten sie,
sie der begierden edelster sich schämen,
der heldentugend schöpferin zu seyn?
don Carlos 4, 21.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1897), Bd. IX (1899), Sp. 1552, Z. 77.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schöpferin“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%B6pferin>, abgerufen am 29.07.2021.

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