Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schöpfkelle, f.

schöpfkelle, f.
urceolus, capula, haustrum Stieler 914, cuiller à puiser Eggers kriegslex. 1, 623: schöpff-kelle, ist ein meistens von kupffer rund und hol ausgetriebenes kleines behältnisz mit einem langen eisernen stiel versehen, wormit man das wasser aus denen ständern in denen küchen zu schöpffen pfleget. frauenz.-lex. 1759; s. auch öconom. lex.² 2640. Jacobsson 4, 37ᵃ, dafür auch in nd.-mitteld. form schöpkelle: die schöpkellen waren meist silber. — in technischen verwendungen:
1)
bei den seifensiedern ein kupfernes rundes gefäsz an einem stiel, womit der geschmolzene talg aus dem kessel in den talgtopf geschöpft wird. Jacobsson 4, 37ᵃ.
2)
bei den färbern ein kleines gefäsz, womit man die blume und den schmutz von der blauküpe abnimmt. ebenda.
3)
in eisenhütten eine eiserne, mit thon belegte kelle, womit das flüssige metall aus dem schmelzofen oder der sammelgrube geschöpft und in die thönernen formen gegossen wird. ebenda. Scheuchenstuel 217.
4)
in glashütten kelle mit eisernem stiel, womit das glas aus dem schmelzhafen in den arbeitshafen übergeschöpft wird Jacobsson 7, 268ᵇ.
5)
cazza, cazzuola da cavar' il pesce cotto ò fritto dalla padella. Kramer dict. 2, 641ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1897), Bd. IX (1899), Sp. 1555, Z. 52.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schöpfkelle“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%B6pfkelle>, abgerufen am 04.08.2021.

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