schachmatt adj
Fundstelle: Lfg. 11 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1961, Z. 79
ein ausdruck beim schachspiel. das wort stammt wie das spiel selbst (s.schach) aus dem persischen, wo schâh mate bedeutet 'der könig ist tot'. daher auch ital. scacco matto, span. port. xaque mate (xaque y mate), franz. eschec et mat, engl. check mate, ebenso dän. skâk og mat. der später nicht mehr verstandene ausdruck wurde, wie auch schâchzabel (s. d.) mehrfach entstellt; schôchmat:
schochmat ist im gesprochen.
Liliencron volksl. 2, 95ᵃ;
schachtmatt (vgl.schacht für schach): das er sie also müde und schachtmatt mache. Luther tischreden 207ᵇ. Bedeutung.
1)
beim schachspiel, wenn der könig so angegriffen wird, dasz er sich weder aus dem schach ziehen (s.schach 3) noch den angreifenden stein selbst nehmen noch auch einen anderen stein zwischen das schach setzen kann, so ist er schachmatt oder matt, vgl. Bilguer handb. des schachspiels (1858) 9. in verbindungen, mhd. schâchmat sprechen:
wie kleine nun der fende sî,
sô ist er doch also frî,
daʒ er dem künic sprichet schâchmat.
Konr. v. Ammenhausen bei Massmann gesch. des schachspiels 139.
schachmatt machen, regem ad incitas redigere ita ut nullus ei pateat effugii locus. Stieler 1702; schachmatt werden: Ernestine wollte nämlich um alles gern schachmatt werden. J. Paul uns. loge 1, 8.
2)
in bildlicher verwendung, überwunden, völlig erschöpft, entkräftet; mehrfach völlig als adjectiv, auch in attributiver stellung ausgebildet (vgl. dazu matt theil 6, sp. 1756): wa er nicht von land und leuten raumig und schachmat werden will. Garg. 64ᵃ; so ist denn meine königin tot? so ist sie gefangen! ach! bey mir wird es bald heiszen schachmatt! Massmann gesch. des schachspiels 86; nach dieser erklärung eines schachmatten schriftstellers. Thümmel 3, 49; so ist nicht zu verwundern, wenn sich bey diesem begegnusz einige zornige flecken in seinen augen erhoben und was man dunkles an seiner stirn erblickte, dem antlitz eines menschen geglichen, deme schachmatt gespielet worden. briefe über merkwürdigkeiten der litteratur s. 24 neudruck;
kein zijt ich beitt, schachmatt ich (der tod) sprich,
kein allt noch venden fristen dich.
Massmann a. a. o. 89;
steckt denn des todes faust auch königen ihr ziel?
so gleicht das regiment dem schacht- und königsspiel,
mein scepter streckte sich von süden bis zum norden,
nun bin ich durch den tod besetzt und schachmatt worden.
Weichmann poesie der Nieders. (1725) 1, 237.
Zitationshilfe
„schachmatt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schachmatt>, abgerufen am 16.01.2019.

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