scheinheilig adj
Fundstelle: Lfg. 13 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2453, Z. 8
hypocriticus; ein scheinheiliger, pietatis simulator, hypocrita Frisch 2, 171ᶜ; gefärbte, sive schein-heiligen, hypocritae Stieler 887. vgl.das ist der underscheyd der waren heyligen und der scheynenden heilgen. Luther 1, 186, 32 Weim. ausgabe. die zusammensetzung selbst ist erst in der zweiten hälfte des 17. jahrh. bezeugt: Butschky hochd. kanzl. (im reg.); der scheinheilige Jacob. Chr. Weise comöd. 165; ein scheinheiliger münch will an der tafel des königs nicht essen, betet aber lange, damit man ihn vor einen heiligen mann halten möge. Olearius persian. rosenth. 29ᵃ (2, 6); ein ruhmräthiger, scheinheiliger, siehet niemand als sich selbst für heilig und andächtig an. 29ᵇ (2, 7); die schönen mädchen sollen denen scheinheiligen nicht zu viel trauen. persian. baumg. 83ᵃ (7, 27); vom menschen auf dessen handlungen übertragen: sie erwiesen ihm alle eine scheinheilige ehre. Jucundiss. 194;
(man musz) nicht auf scheinheilge wort
und falsche tugend bauen.
A. Gryphius 1, 289.
Zitationshilfe
„scheinheilig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/scheinheilig>, abgerufen am 17.07.2019.

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