schildbürger m
Fundstelle: Lfg. 1 (1894), Bd. IX (1899), Sp. 125, Z. 43
zunächst ist das wort wol aufzufassen wie spieszbürger, als spottname für die bewohner der städte; die bezeichnung mag in den kreisen der adlichen aufgekommen sein, die mit diesem namen verächtlich die bewaffneten bürger belegten. in dem gegen ende des 16. jh. compilierten buche von den schildbürgern sind auf diese seit langer zeit umlaufende schwänke als auf eine gemeinde ergötzlicher narren übertragen, und der name schildbürger mit dem städtchen Schilda in Sachsen in beziehung gestellt. wie spieszbürger: bis der wachthabende schildbürger den schlagbaum vorzog. Musäus volksm. 1, 129 Hempel. als name des todes:
der knochen-dürr und unmild schiltebürger,
der kühne freche held, und unhold menschenwürger.
gedicht von 1660; s. Germania 25, 360. zeitschr. f. d. alterthum 25, 127 (zu schelten: der tod schilt die bürger).
Zitationshilfe
„schildbürger“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schildb%C3%BCrger>, abgerufen am 19.11.2019.

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