schlankel m
Fundstelle: Lfg. 3 (1894), Bd. IX (1899), Sp. 480, Z. 10
ungefähr gleichbedeutend mit schlingel, landschaftlich, besonders bair.-östr. schlankl, auch mit umlaut, geringschätzige, übrigens unbeleidigende benennung eines menschen, besonders eines jüngern, sofern er keinem ernstern geschäft obliegt. Schm.³ 2, 528. schlankel, müssig herumstreichender, träger und dabei gewöhnlich auch verschmitzter und boshafter mensch. Höfer 3, 90. schlank'l, schlingel Hügel 138ᵃ. Castelli 243, schlangkl Schöpf 616, schlágg'l, taugenichts, schlingel Lexer kärnt. wb. 219, schlankl, vagabund Frommanns zeitschr. 5, 459 (mundart der stadt Iglau, die im allgemeinen zum bair.-östr. stimmt), schlankel, schlingel Schmid 464, schlanker schlingel, strolch Sartorius 108. mensch von nachlässiger kleidung und haltung, faulenzer. Kehrein 1, 348 (rheinisch). daneben im niederbair. auch schlang'l Frommanns zeitschr. 2, 186, 19. das wort steht zu dem bedeutungsverwandten schlingel wahrscheinlich auch in engster etymologischer beziehung. wie dieses gehört es wol in die sippe schlingen, schlanken, schlank, m. und adj. weiteres über die lautlichen verhältnisse innerhalb dieser gruppe s. unter dem letzteren. verglichen wird auch nürnberg. schlack, gleicher bedeutung Sartorius 108, schwäb. schlackle, saumseliger, träger mensch, schlack, adj. träg Schmid 464, vergl. dazu ebenfalls schlank, adj. eine diesem adj. sehr nahe kommende verwendung bietet die folgende zusammensetzung schlangelhaft: wird allszo die gsamte glahrte welt ihr ungedult gegn mich vertuschen, und mich nit unter die faullen schlänckl, zech-jodeln, kandeltrescher und nasz-bürstn zehln, die nur in der gulden filtzlausz bey der bierstützn sitzn und ninx arbeten mögn. Schwabe tintenf. B 5ᵇ; es (ihr) schlanckel sollts enck ein ehr drausz machen. 3; das wär auch die recht höh, wan mer solchn schlänckeln (den freimaurern) ein dienst geb. 69; die katholiken nennen die protestanten (in Oberkärnten) 'lutherische schlankel'. Fr. Satori neueste reise durch Österreich (1811) 2, 212; der rector hat hernachern zum primus gesagt, wir wären schlankel. Holtei Lammfell 3, 202. in einer mhd. quelle wird schlankel auf einen hund bezogen:
ein slankel ist ein hund.
Germ. 25, 337.
vgl. schles. schlacke, f. hund, fleischerschlacke Weinhold 83ᵇ.
Zitationshilfe
„schlankel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schlankel>, abgerufen am 15.11.2019.

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