schlummerlos adj
Fundstelle: Lfg. 5 (1895), Bd. IX (1899), Sp. 820, Z. 30
ohne schlummer: er versuchte es angestrengt und unermüdet auf allen wegen und war schlummerlos. Chamisso 2, 257; steh auf, rief er, komm herein, entschlage dich der schlummerlosen gedanken. Freytag bilder 1, 262;
nun härm' ich ganze nächte lang
auf schlummerlosem lager
die leichten glieder matt und krank
die vollen wangen hager.
Bürger 7ᵃ;
wer, von zweifeln ohne rast gequälet,
von des irrthums peinigendem loos,
schlummerlose mitternächte zählet,
komme zu genieszen in der ruhe schoosz.
Hölderlin 1, 44 Köstlin;
ich hab' es bei mir selber wohl erwogen
in einer langen schlummerlosen nacht.
Geibel 2, 149;
was bangst du sehnsuchtsvoll in schlummerlosen zähren?
8, 72;
mein geist in schlummerlosen nächten
durch diese welt zu gott sich rang.
Lenau 2, 219 Koch;
was treibt die wandrer für ein sehnen
so spät mit schlummerloser hast?
2, 227.
substantivisch für einen, der keinen schlummer finden kann:
wenn die mitternacht den schlummerlosen
dicht umringt mit ihrer einsamkeit.
Tiedge (1841) 2, 21;
der mond wohl auch die schlummerlosen
der erde zu entlocken sucht.
Lenau 1, 311 Koch;
im weitern freilich, wenn nicht eben allzuarg
das übel wüthet oder das erhitzte blut
bei nacht den schlummerlosen ängstet, fühl' ich mich
so elend nicht.
Geibel 4, 32.
Zitationshilfe
„schlummerlos“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schlummerlos>, abgerufen am 22.09.2019.

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