schnäuzen
Fundstelle: Lfg. 7 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1212, Z. 16
s.schneuzen.
schnauzen verb
Fundstelle: Lfg. 7 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1211, Z. 72
in mehreren bedeutungen.
1)
transitiv, mit schnauze versehen (nach schnauze 3); umlautend: eine kanne, einen topf schnäuzen, eine schnauze dran machen. Campe; im unumgelauteten partizip, nach schnauze 1, a:
es schmeckt nach lauter ewigkeit, so nimmermehr zerrinnt.
das dreigeschnautzte höllenthier kein ende ja gewint.
Schottel 898.
2)
intransitiv, eine schnauze machen, den mund vorstrecken, wodurch er ähnlichkeit mit einer schnauze bekommt. Campe.
3)
schnauzen, in grober rede, zornig und laut anfahren; unter anschnauzen th. 1, 447 zu schnauen, anschnauen gestellt, und als dessen frequentativ aufgefaszt, was grammatisch möglich ist; jedenfalls lehnt das sprachgefühl das jung bezeugte wort (erst bei Stieler 1906 die bildungen anschnauzen, beschnauzen, überschnauzen, während er das einfache schnauzen als nicht gebraucht erklärt) an schnauze 1, b an: ich schnautze, irascor, stomachor Steinbach 2, 474; der meister ist grob und schnauzt furchtbar in der werkstatt herum, sagte ein gesell; man kann nicht an allen orten sein, schnauzte der wirth. J. Gotthelf schuldenb. 382;
wären unfreundlich, grob und liederlich,
schnauzten und bissen sich unbrüderlich.
Göthe 13, 71.
4)
schnauzen als nebenform zu schneuzen: ich schnautze, mungo, emungo, die nase schnautzen, nares emungere Steinbach 2, 474.
Zitationshilfe
„schnäuzen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schn%C3%A4uzen>, abgerufen am 07.12.2019.

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