Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schraffieren, verb.

schraffieren, verb.
dichte reihen paralleler oder auch gekreuzter linien ziehen, um die schatten auszudrücken, bei zeichnern und kupferstechern Jacobsson 4, 39ᵃ. Adelung; über niederl. schrafferen (clevisch schon 1475 bezeugt) aus dem ital. sgraffiare übernommen, s. Weigand 2, 635. Kluge⁵ 336ᵃ: so hatte ich z. b. auf blaues papier einen blumenstrausz .. mit kreide .. sehr sorgfältig ausgeführt, und theils mit wischen, theils mit schraffiren das kleine bild hervorzuheben gesucht. Göthe 25, 156; Tischbein hat nämlich die grosze gabe götter- und heldengestalten .. mit der feder zu umreiszen. er schraffirt wenig hinein und legt mit einem breiten pinsel den schatten tüchtig an. 28, 50. — im ältern nhd. für schröpfen? bildlich:
die (ihre art) hand sie wol an dir probiert
und dich mit ganzem flisz gschraffiert.
N. Manuel s. 302, 16 Bächtold.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1897), Bd. IX (1899), Sp. 1618, Z. 24.

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Zitationshilfe
„schraffieren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schraffieren>, abgerufen am 25.10.2020.

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