schreckbild n
Fundstelle: Lfg. 9 (1897), Bd. IX (1899), Sp. 1666, Z. 44
schreckendes bild, gebilde Adelung, terriculamentum Frisch 2, 224ᵃ, vgl. schreckensbild: dieses schreckbild (ein vermeintliches gespenst) in der weite von drei schritten erregte innerhalb und auszerbalb des wagens grosz entsetzen. Musäus volksm. 1, 57 Hempel; diese ewige grille von Karl soll dir mein anblick gleich einer feuerhaarigen furie aus dem kopfe geiseln, das schrekbild Franz soll hinter dem bild deines lieblings im hinterhalt lauren, gleich dem verzauberten hund, der auf unterirrdischen goldkästen liegt. Schiller räub. schauspiel 3, 1; religion ist dem gröszeren theile der menschen nichts mehr, wenn wir ihre bilder, ihre probleme vertilgen, wenn wir ihre gemählde von himmel und hölle zernichten — und doch sind es nur gemählde der phantasie, räzel ohne auflösung, schreckbilder und lockungen aus der ferne. werke 3, 514; ein schreckbild ist er, Albano (der geist einer freundin)? — eben gegen alle schreckbilder, gegen alle geisterfurcht bewahrt er mich, weil er immer um mich ist. J. Paul Tit. 2, 240; die väterliche wohnung war mir dabei ein schreckbild, dem ich sorgfältigst aus dem wege ging. Grillparzer 11 (1887), 283;
wie fein ist sie (die königin)! .. ich zitterte, ich selbst
vor dem erhabnen schrekbild dieser tugend.
Schiller dom Karlos 2, 10;
Horatio sagt, es sey nur einbildung,
und will dem glauben keinen raum gestatten
an dieses schreckbild, das wir zweimal sahn.
Shakesp. Hamlet 1, 1;
so lang ich lebe,
wird das schreckbild (die ahnfrau) vor mir stehn,
auf dem todbett' werd' ich's sehn!
Grillparzer 3 (1887), 21.
Zitationshilfe
„schreckbild“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schreckbild>, abgerufen am 22.08.2019.

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