Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schwänzchen, n.

schwänzchen, n.,
dem. zu schwanz. von einem thierschwanz:
schlängelchen scheinen sie (die lacerten) gleich; doch viergefüszet;
sie laufen,
kriechen und schleichen, und leicht schleppen die schwänzchen
sie nach.
Göthe 1, 366;
vom schwanz eines teufels:
wann du mit trank und speise gelabt bist,
will ich versuchen dein schwänzchen vom zauberbaum zu befreien.
Voss 130, 53 Sauer.
bildlich: den andern von seiner thorheit zu überführen und dabei eine hübsche moralische nutzanwendung als schwänzchen anzuhängen, liesz er sich nicht leicht entgehen. Freytag 17, 321; er (der hexenmeister) verrichtete zehntausend rechtliche dinge am hellen tag um mäszigen lohn, und einige unrechtliche nur in der finsternis und aus privatleidenschaft, oder hing auch den rechtlichen, ehe er sie aus der hand entliesz, schnell noch ein unrechtliches schwänzchen an, so klein wie die schwänzchen der jungen frösche, gleichsam nur der possierlichkeit wegen. Keller 4, 272; sogleich begann sie zu forschen, ob er nicht irgend ein schwänzchen oder eine feder des glücks erwischt und mitgebracht hätte, woran sich klüglich zu halten wäre. 7, 366. von schwanzähnlichem: wieder andre sehr ernsthafte männer stacken in groszen mächtigen perücken, an denen drey schwänzchen hiengen. Weisze kom. opern 1 (1771), 89; Anna hatte eine mächtige wanne voll grüner bohnen der schwänzchen zu entledigen. Keller 1, 241.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1898), Bd. IX (1899), Sp. 2265, Z. 26.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schwänzchen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schw%C3%A4nzchen>, abgerufen am 23.07.2021.

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