Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schwögen, verb.

schwögen, verb.,
nd. swögen, stöhnen, seufzen, klagen, staunen, bestürzt sein, kläglich oder weitschweifig reden. Richey 302. Strodtmann 239. brem. wörterb. 4, 1126. Schütze 4, 239. Dähnert 480ᵇ. Danneil 219ᵇ. Schambach 223ᵃ. ten Doornkaat Koolman 3, 384ᵇ. Frommanns zeitschrift 5, 297 (Fallersleben), schwögen 6, 482 (Lippe), auch swoigen Schambach 223ᵃ, schwoigen Frommanns zeitschrift 6, 482, swöw'n Danneil 219ᵇ und swogen ten Doornkaat Koolman 3, 384ᵇ, das in der form swögen genau dem goth. swogjan (bezeugt in ga-, ufswogjan, daneben in gleichem sinne swogatjan), seufzen entspricht, während das umlautlose swogen zu as. ags. swôgan, rauschen, tönen, niederl. zwoegen, keuchen stimmt; vielleicht etymologisch verwandt mit schwegel, pfeife, flöte (s. dies oben sp. 2408), hochd. nur als lehnwort aus dem nd. begegnend, in der form schwögen. Frischbier 2, 333ᵇ (in Ost- und Westpreuszen auch im sinne von hin und her schwanken): die schwögende wehmuth einer schlummernden predigt. Mattheson kleine generalbaszschule (Hamb. 1735) 26; meine krankheiten gebe ich höchstens für das aus was sie sind und vermeide dabei alle ausdrücke der besorgnisz und alles stöhnen und schwögen. Bode Montaigne 6, 11; die vier weiber schwögen da was rechts über das gute aussehn des magisters, und über kikel, und über kakel. Hermes Soph. reise 5 (1776), 587; das schwögen (eines andern) wird sich schon verlieren, wenn ich wieder bei euch bin, da der liebe gott mich sehr gesprächig gemacht hat, mithin andre weniger zum wort kommen. Niebuhr leben Niebuhrs 3, 126. dazu swöger, m. der schwögt Schütze 4, 239, auch swoger ten Doornkaat Koolman 3, 384ᵇ, swögersch(e), f. die schwögt Schütze 4, 239; swögerij, f. das schwögen, weitläufige, ängstliche klagreden, mitleidsbezeugungen Dähnert 480ᵇ, auch bei Campe verzeichnet, als schwögerei, ohne angabe einer bloszen übertragung aus dem nd.; swögelappen, m. der, die schwögt Richey 302. Schütze 4, 239, wobei der begriff des weichlichen durch die zusammensetzung mit lappen noch verstärkt erscheint. swögelappen, verkürzt swölappen, schwölappen, schwilappen, wird dann auch als verbum, verstärktes schwögen, gedraucht. Schütze 4, 240: er will erzählen, wie die alte mutter Funfzehn gemorfisiret ist, so will er, und anstatt dasz er das thun soll, schwögelappt er von tod und sterben, und kapittelirt mit den neun Musen herum. Müller Siegfried von Lindenberg 1, 268. dazu wird nun wieder swölapper, m. gebildet Schütze 4, 240. als bezeichnung einer, die schwögt, gilt weiter swöglappsche Dähnert 480ᵇ, swögtrien (= Katharina) Schütze 4, 239. swögselig, geneigt zu schwögen, gebildet wie redselig, ist nach Schütze 4, 240 auch von oberdeutschen schriftstellern benutzt. auch swögnis, f. ohnmacht Strodtmann 239. Dähnert 480ᵇ gehört hierher.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1899), Bd. IX (1899), Sp. 2732, Z. 34.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schwögen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schw%C3%B6gen>, abgerufen am 23.07.2021.

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