Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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schwingel, m.

schwingel, m.
1)
für schwengel, s. daselbst sp. 2523 ff., vergl. Wachter 1497 und kärntn. schwinkl, schwengel in der glocke, dreschflegel Lexer 229.
2)
für schwinge 1, b, flachsschwinge Frischbier 2, 332ᵃ.
3)
in der turnkunst schwingpferd, turnpferd, voltigierpferd. Seiler 267ᵃ: solche (wörter) wie: springen, springer, springel; — klimmen, klimmer, klimmel; — schwingen, schwinger, schwingel ²) — ... sind schon durch ihre ableitung verständlich und gerechtfertigt. dazu die anmerk. ²) jetzt heiszt das schwingpferd 'springpferd' und statt 'schwingen' sagt man 'springen am pferd' oder 'pferdspringen'. Jahn werke 2, 1, 18 Euler.
4)
name einer grasart mit zweispelziger blumendecke, deren zahlreiche blüten eine länglich runde ähre bilden, kleines riedgras, auch schwindel, festuca Nemnich, ebenso schwed. svingel, wol von schwingen abgeleitet. an unterarten werden unterschieden: der niederliegende schwingel, haferschwingel, festuca decumbens; der härtliche oder kleine hartschwingel, der langstielige borstschwingel, festuca duriuscula; der erhabene oder wiesenschwingel, festuca elatior; der schwimmende schwingel, mannaschwingel, festuca fluitans; der mäuseschwänzige oder kleine schwingel, festuca myurus; der schafschwingel, festuca ovina; der rothe schwingel, hartschwingel, festuca rubra Nemnich. s. ferner Adelung. Weigand 2, 671. Oken 3, 414 f. Behlen 5, 597—599 (mit andern arten); als papiermaterial verwendet Karmarsch-Heeren³ 8, 114.
5)
dagegen scheint schwingel als name des sommerlolchs, lolium temulentum, aus schwindel entstellt (ebenso dän. svingel, aber schwed. svindel), vgl. die gewöhnliche bezeichnung schwindelhaber. Adelung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1899), Bd. IX (1899), Sp. 2689, Z. 33.

schwüngel, m. oder n.

schwüngel, m. oder n.,
von schwung abgeleitet, wie schwengel von schwang; mhd. swüngel, zug weines, soviel als man auf einmal in die kehle schwingt:
Matz diu swanc ein swüngel
ûʒ dem kopfe.
Seifr. Helbling 1, 1004.
mhd. swungel, stengel bei Suchenwirt 25, 22; vergl. oben schwingel sp. 2690 und schwengel sp. 2523.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1899), Bd. IX (1899), Sp. 2760, Z. 74.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schwüngel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schw%C3%BCngel>, abgerufen am 29.07.2021.

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