Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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schwirbel, m.

schwirbel, m.,
zu dem ausgestorbenen swerben und schwirbeln gehörig. vgl. das letztere unten. zu swerben im sinne von wischen, streichen fügt sich die alte glosse (11.—12. jh.) suirbil, hostorium (gerät, holz zum glattstreichen des getreidemaszes). Graff 6, 897. für den theil eines geräts gilt schwirbel auch im heutigen appenzellischen, wo es den vorderen handgriff am sensenstiel bedeutet. Tobler 403ᵇ, doch tritt dabei augenscheinlich der begriff des drehens hervor, wie er dem verschollenen stammwort auch eignet und der gewöhnliche der ableitung schwirbeln ist, zu der diese anwendung in näherer beziehung steht. das gilt ebenso für den sonstigen neueren gebrauch des heute auf die mundarten beschränkten wortes, schwirbel, schwurbel, das geschwurbel, wirbel, verworrene menge, schwarm, confuser lärm, taumel Schm.² 2, 647, schwirbel, schwurbel, schwarm, taumel Schöpf 663, schwirbel, schwürbel, schwindel Stalder 2, 365, schwirbel, schwurbel, wirbel, taumel Hertel thür. sprachschatz 225, schwirbel, wirbel, verworrene menge, schwarm, confuser lärm, rausch Frischbier 2, 332ᵇ: (er trank so viel) dasz er endlich einen ziemlichen schwirbel im kopf fühlete. irrgarten 51; er ist schon wieder im schwirbel, betrunken. Frischbier 2, 332ᵇ; er hat den schwirbel, den rappel Stalder 2, 366.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1899), Bd. IX (1899), Sp. 2714, Z. 45.

schwirbeln, verb.

schwirbeln, verb.,
weiterbildung des ausgestorbenen swerben (vgl. schwerb oben sp. 2558), vielleicht vermittelt durch schwirbel, m., doch s. auch das folgende. vgl. weiter schwarbeln oben sp. 2282, schwurbeln, schwürbeln unten und zu der art der bildung wirbeln in seinem verhältnis zu werben.
1)
die gewöhnliche anwendung entspricht der von mhd. swerben, sich im kreise drehen, sich wirr durcheinander bewegen, schwirbeln, schwurbeln Schm.² 2, 647, schwirbeln Kehrein 1, 373. Pfister 273. Weinhold 89ᵃ. Bernd 284. Frischbier 2, 332ᵇ:
wie das klippt und klappt und schwirbelt.
Eichendorff (1864) 4, 8.
von trunkenem umherschwärmen Frischbier 2, 333ᵃ (vgl. schwerwer oben sp. 2593). in verwandtem sinne weiter wie taumeln Schöpf 663, taumeln, drehend im kopf werden (mit haben), taumelnd zur erde oder in ohnmacht fallen (mit sein), schwirbeln, schwurbeln Stalder 2, 365. es heiszt mir schwirbelt der kopf, scheint sich im kreise zu drehen, schwindelt Bernd 284, dann auch ihm schwirbelts im kopfe, seine gedanken bewegen sich wirr durcheinander, er ist konfus Frischbier 2, 332ᵇ, es schwirbelt ihm, rappelt in seinem kopfe Stalder 2, 365. entsprechend transitiv, eine schwirbelnde hitze, die schwindelig macht Bernd 284.
2)
zu der bedeutung wischen, streichen, in der got. svairban, ahd. suerban, as. swerƀan bezeugt sind (mit der vorigen anwendung durch den begriff des hin- und herfahrens oder der raschen bewegung zu verknüpfen) stimmt die verbindung geschwirbelt voll, sehr voll Schmidt 489, ganz, zum überlaufen voll Schm.² 2, 647 (eigentlich gestrichen voll). vgl. ahd. suirbil, hostorium unter schwirbel, m.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1899), Bd. IX (1899), Sp. 2714, Z. 77.

schwirbler, m.

schwirbler, m.
zu schwirbeln, wol im sinne von 'narr' (vgl. schwirberl am schlusz des vorigen). im bilde: auch habe ich weder lock- noch appetitfarbe angenommen, um schwirbler zu fangen, und bei gefräszigen auf deren verdauung zu spekulieren, wie einige pflanzen thun. Anzengruber 5 (1897), 9.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1899), Bd. IX (1899), Sp. 2715, Z. 49.

schwurbeln, schwürbeln, verb.

schwurbeln, schwürbeln, verb.
neben schwirbeln (sp. 2714): schwirbeln, schwurbeln, schwindlig im kopfe werden, taumeln, in ohnmacht fallen Stalder 2, 365; schwirbeln, schwurbeln, wirbelnd oder in verwirrter menge sich bewegen (z. b. wasser im strudel, bienen im schwarm) Schmeller 2, 647; schwurbln, wirbelnd sich bewegen Lexer 229; sich wirbelnd bewegen, schwindeln, dummes zeug durch einander reden, von dem viel'n red'n schwurb'lt mir mei' kopf. Hügel 147ᵇ; schwurbeln, schwirren, wirbeln, sich drehen Kramer Bistritzer dialect 122. schwurweln Liesenberg 213; vgl. noch Frommanns zeitschrift 5, 215 (Iglau): do die feind allenthalben herumb schwürbleten. Aventin bair. chron. 1, 1069, 1. das geschwurbele, geräuschvolles gedränge von menschen Frommanns zeitschrift 5, 213.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1899), Bd. IX (1899), Sp. 2767, Z. 21.

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Zitationshilfe
„schwirbeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schwirbeln>, abgerufen am 06.12.2021.

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