Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schwund, m.

schwund, m.

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in der schriftsprache spät bezeugte ableitung von schwinden (vgl. oben schwind, m. sp. 2652, auch schwand, m. sp. 2208): 'zustand, da etwas schwindet, allmählig sich vermindert, verkleinet, verliert, vergehet'. Campe. er kennt es aus der sprache der ärzte (atrophie): schwund des augapfels, der thränenwarzen. in zusammensetzungen: haarschwund, milchschwund u. ähnl. in dieser eingeschränkten, zum theil prägnanten anwendung ist es mundartlich bezeugt: schwunt, die abnahme des fleisches bei krankheiten Lexer 229, vgl. Hügel 147ᵇ; 'eigentlich wird bey diesem wort die schwindsucht verstanden; der pöbel aber pflegt überhaupt eine krankheit, wovon man keinen rechten namen weisz, bald den schwund, bald den schelm (s. schelm 2, th. 8, sp. 2506) zu nennen' Höfer 3, 130 (ebenda: den schwund wenden, ihn durch beschwörung vertreiben); schwund des beutels. Schm. 2, 638;
befallen mein füllen mit dem schwunde.
Rückert poet. werke (1882) 11, 375.
in der grammatik: schwund eines vokals,
schwundstufe f.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1899), Bd. IX (1899), Sp. 2755, Z. 29.

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Zitationshilfe
„schwund“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schwund>, abgerufen am 03.08.2021.

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