seevolk n
Fundstelle: Lfg. 1 (1899), Bd. X,I (1905), Sp. 77, Z. 12
1)
an der see lebendes volk: seevolk, homines maritimi. Stieler 2388, vgl. Campe.
2)
volk, das auf der see lebt, bemannung eines schiffes oder einer flotte, schiffsvolk. ebenda:
ein frischer landwind weht, der anker wird gelichtet,
das seevolk jauchzt.
Wieland 22, 254 (Oberon 6, 12).
die bemannung eines schiffes im gegensatz zu den passagieren:
alle
bis auf das seevolk, sprangen in die schäum'ge flut.
Shakespeare sturm 1, 2;
(eile) unsichtbar, wie du bist, zum schiff des königs,
wo du das seevolk schlafend finden wirst
im raum des schiffs.
5, 1;
die marine im ganzen:
denn die armee ist popular zu tage
und mit dem seevolk nicht im einverständnisz;
der prinz ist für den landdienst, und indessen
sind Duncan, Nelson, Howe, sie sind vergessen.
Göthe 3, 206.
3)
übertragen auf die thierischen bewohner des meeres: auch der wal .. warf häufig seine wasserstrahlen, und reihenweise lagen die runden leiber der robben am strande. den heiden war eine menschenfreundliche göttin beschützerin des stummen seevolks gewesen. Freytag 18, 243;
schon hat in blanker schuppentracht
das seevolk sich herbei gemacht.
Keller 10, 107.
Zitationshilfe
„seevolk“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/seevolk>, abgerufen am 14.11.2019.

Weitere Informationen …