Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

selmann, m.

selmann, m.,
dasselbe wie seldner, gleich diesem mit selde, haus zusammen hängend, eigentlich wol seldmann (vergl. oben selde, seldner), aber schon mhd. selman: es sol auch der ammann setzen zwen selman oder waibel, die sint darzuo belehent mit wisen und mit æckern und auch mit hofstetten, der sol ieglicher alliu jar geben dem amman 8 β θ oder aber die dienst da fuer tuon, als von alter her chomen ist. weisth. 6, 293 (Augsburg, von 1316); item ainem urbarfronpoten dem sol järlichen im markt Mittersil gevallen ze geben: ... ain ieder selman daselbs, der ain selhaus hat, zwen pfennig. Salzb. taid. 289, 3 (von 1494); item sol auch kain selmann kain holz weder zu schintlen, noch in ander weis an dem pach nit schlachen on der nachpern willen und wissen. tir. weisth. 1, 223, 15 (16. jahrh.). auch in der form seelman: wellicher kamerlander das (gemeindearbeit) versaumbt und nit erstatet, der sol für ieden tag 18 kreizer, auch ieder seelman und halber kamerlander 9 kreizer pues geben. 2, 21, 9 (von 1616) und söllman, söllmann: ainem söllmann (soll an acker-, wiesen- und waldnutzung verstattet werden) auch nit mer, als er selbst firen kann, auf das merist zwo küee zu erhalten. 2, 11, 1 (von 1631); keiner, er sei burger, inwohner oder söllman. 148, anm. 1 (von 1682). als pl. dazu dient selleute, in der schreibung selläut: item es soll auch ein ieder hauswirt oder angesezzner man aufnemen leuntig (gut beleumundete) poten, knecht und diern, auch hausläut, selläut, inleüt, die sich allenthalben gegen den nachtpawrn mit beschaidenhait und frumbkait haltent. Salzb. taid. 287, 25 (v. 1494), daneben in den formen sölleut, sölleith, solleith (auch mit lll): das kainem grundherrn in und auf seinen gründen noch auch derselben hintersässen für sich selbst hinfüron sölheuser zu pauen soll vergont oder zuegelassen werden, es sei dann, das sich dieselben söllent irer grundherrn aigen holz- und bluembesuechs ausser der frei (dem zur benutzung freien boden des landesherrn) mügen und wellen betragen. 253, 26 (16.—17. jahrh.); dem allen nach ist von ainer ganzen ersamben gemain und nachperschaft zu Telfs und dem incorporierten perg- und riedleiten gesambten, sowohl mairs-, sölleithen und zuekleben (einwohner ohne grund und boden) bevolmechtigten ausschusz .. beschlossen .. worden. tir. weisth. 2, 4, 23 (von 1631); die söllleit und zuekleben, die kaine grünt und güter nit haben. 10, 25 (von 1631); ainer ganzen ehrsamben nachparschaft verordneter ausschusz, deme es dann durch ain ganze nachparschaft, sölleut, ingeheusen und taglehner zu erörtern befolchen worden. 1, 286, 32 (v. 1688); die tagwercher aber und sollleith, denen hierzue (zur waldnutzung) wenig oder kein recht gebühret, sollen sich, wie es auch anderwerthig gebreichig, gleichwohl mit denen durren stämblen und anderem abholz behelfen. 266, 9 (von 1733).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 541, Z. 18.

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Zitationshilfe
„selmann“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/selmann>.

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