Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sempermann, m.

sempermann, m.
ausdruck der älteren rechtssprache, zusammengezogen aus sendbar, mhd. sendbære, semper mann (flectiert, ein sempêrer man. quelle bei Lexer mhd. handwb. 2, 887; einen andern sempern mann. quelle bei Scherz-Oberlin 1484). zur bedeutung vgl. semperfrei: ein jeglich sempermann, der sin recht hat behalten, er si furst oder anders ein hoch mann. quelle bei Haltaus 1679; ein jeglicher sempermann mag in allen sachen, die vorgeschrieben sind, helffen bezeugen mit andern dienstmannen. quelle ebenda. als plur. erscheint semperleute, semperlüte, semperliute (flectiert die sempæren liute. quelle bei Lexer mhd. handwb. 2, 887): pfaffen und geburen und alle die nüt semperlüte sint, und die nüt elich sint, die sullent alle lehenrechts darben. quelle bei Scherz-Oberlin 1483; semperlüt sind patricii die anfänglich in uffbuwung der statt oder fleckens St. Gallen dahin sich gesetzt, mögen wappen füren, haben vil fryheit. Tschudi 1, 505ᵇ (randbemerkung zu folgender stelle einer dort angeführten urkunde von 1382: wann derselb unser herr von Sant Gallen sich verschriben hett gegen der statt, dasz er von allen personen die nit semper sind, noch burgrecht nit kand und zu Sant Gallen säszhafft sind, mit welchen rechten si dem gottszhusz zugehörend, nit nemmen, den sin ersts lebend houpt).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 570, Z. 5.

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Zitationshilfe
„sempermann“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sempermann>.

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