Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

senat, m.

senat, m.,
in verschiedener verwendung eingebürgert: regierungscollegium der hansestädte, collegium der professoren an universitäten, strafsenat, civilsenat am reichsgericht. hierzu senator, m. z. b. in hansestädten mitglied des regierungscollegiums, in einzelnen gegenden mitglied des magistrats. dumm senater, der unstudierte ratsherr Mi 79ᵃ, senator werden, in den senat kommen, scherzhaft für 'emeritiert werden' Sallmann lex. beiträge zur deutschen mundart in Esthland. der älteren sprache eigenthümlich ist die verwendung von senat für eine einzelne person, vgl. mhd. wb. 2, 2, 251ᵇ. Lexer mhd. handwb. 2, 875. Schmid 492. Schiller-Lübben mnd. wb. 4, 188ᵇ:
sant Peter, gotes degen,
ir aller furste und senat.
Ottokar reimchr. 53485;
sex und drizich senate.
Braunschw. reimchr. 2764;
do se hadden de senaten —
de weren olt unde wyse.
d. städtechron. 16, 114, 385;
der edel Marcus Rêgulus
antwurte den senâten sus:
'ir herren, sît ich râten sol'.
H. v. Beringen schachged. 2848;
daneben aber:
die senâtûren ieschen
Papîrium durch sînen sin
fürbaʒ in dem senâte sîn.
1037;
in der stat was en rike senat, de hadde ene lieve dochter. sächs. weltchronik 121, 46.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 570, Z. 53.

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Zitationshilfe
„senat“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/senat>.

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