Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sendbrief, m.

sendbrief, m.,
mhd. sentbrief Lexer mhd. handwb. 2, 887, missiva, sendbrieff, zende breff Dief. gloss. 363ᶜ; epistola, litera missiva, sende-, sent-, sant-, sind-brieff, -brif, -briff, zende bref 205ᵃ; sendbrieff und missiven, das sendbrieffle Maaler 370ᵃ; sandtbrieff, epistola 342ᵈ; sendbrieff, lettre missive Hulsius dict. (1616) 296ᵇ; epistola, ein sendbrieff, ein missiv, ein schreiben. Corvinus fons lat. (1660) 407ᵃ; die sendbriefe des h. apostels Pauli, die sendbriefe Ciceronis. Kramer deutschital. dict. (1702) 2, 768ᶜ; send-brief, epistola, gebrauchen etliche, die nicht mehr epistel sagen wollen. Frisch 2, 264ᵃ. 'eigentlich ein jeder brief, ... zum unterschiede von brief, so fern es ehedem eine jede urkunde bedeutete. in dieser bedeutung ist es veraltet, und man braucht sendbrief, oder noch lieber sendschreiben, nur noch von einem schreiben an mehrere, welches einer dem andern zusendet'. Adelung; daʒ ist ain tail aines sandbriefs, der gescriben ist worden des von Brabant canzler von ainem von Paris. deutsche chron. 2, 1, 373, 1; Augustin in ainem sendprief, den er sant seinem freund Januario. Megenberg 64, 33; als der ersam wyse Petter von Argun ... uns durch seinen santbrieffe sein burgrecht uffgesagt hett. deutsche städtechron. 5, 403, 25; Caspar Slick, des römischen künigs kantzler, hat den nach geschriben santbrief gen Venedig gesant. 10, 171, 9 (unmittelbar vorher: copia des sent briefs); suͦcht die stücklin des santbriefs und legt und satzt zuͦsamen die zerrissnen worte. N. von Wyle translat. 35, 10 Keller; darbey was ein sendebrieff, das der rath den vorigen anlass untuchtigk machen sollte. Spittendorff 380; so bald du empfohest diszen sendbrieff. Keisersberg post. 2, 55ᵇ; zu morgens entpfieng diser künig alle sendbrieff, so jm an eim yeden tag zuͦgeschickt warden. Franck weltb. 9; wie dann auch Narbazan, der Persier hauptman, dem groszen Alexander in einem sendbrief zueschreibt. Aventin bair. chron. 1, 298, 1; ain neuer sendbrief von den bösen gaistlichen geschickt zuͦ irem rechten herren. Schade sat. u. pasqu. 2, 93; ein fauler schlüngel, saget Plato in seinem andern sende-briefe. Mandelslo reisebeschr. herausg. von Olearius 1; ein sendbrief aus dem englischen übersetzt. Göthe 60, 183. in neuerer sprache ungebräuchlich für 'brief', auch in gehobenem sinne seltner als sendschreiben; wie dieses von officiellen schriftstücken, die für einen gröszeren kreis bestimmt sind.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 572, Z. 11.

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Zitationshilfe
„sendbrief“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sendbrief>.

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