Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

senfmühle, f.

senfmühle, f.
mühle für senf, handmühle zur zerkleinerung desselben: man sol eʒ malen in einer senfmülen. buch von guter speise 7, 16; ein steinen senffmole. Ellen von Holczhusen inventar im Frankfurter archiv 1410; (da) die krafft und schärpffe des senffs nicht gespüret wird, man reibe jhn dann in der steinern senffmühlen. anm. weiszh. lustg. 636; eine senfmühl, mola sinapina Frisch 2, 264ᵇ. im bilde:
sûre senfmül und eʒʒichkruoc
der siure nie kunde gewinnen genuoc.
renner 6449:
da wolte er sich auch versuchen, und sich reich rauben im lande Hessen, aber er raubet ein senffmüllen, die führet er mit ihm heim. hessische quelle bei Vilmar 382 (d. i. er bereitete sich widerwärtigkeiten, scharfe angriffe, vgl. die stelle bei Lehmann unter senf 3); für den hintern: da enblôszet er sînen hindersten unde lieʒ uns alle in sîne wûste senfmülen sehen. Loher und Maller bei Lexer handwörterb. 2, 878.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 582, Z. 72.

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Zitationshilfe
„senfmühle“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/senfm%C3%BChle>.

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