senke f
Fundstelle: Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 588, Z. 55
1)
vertiefung im boden, mulde, delle, kleines thal, vgl. mhd. wb. 2, 2, 306ᵃ; in der norddeutschen umgangssprache gebräuchlich. Liesenberg 214; auch von einer einsenkung im dache Schambach 190ᵃ; vertiefung, wo wasser austritt, schlammpfütze Dähnert 422ᵃ; tor senke fören, stecken bleiben (mit dem wagen). ebenda; tau senk driwen, in gleichem sinne Mi 79ᵃ; s. auch Frischbier 2, 338ᵃ, vgl. sinke.
2)
grube zur aufnahme des unrats, senkgrube (Niederrhein).
3)
für senkgarn, senknetz (s. diese): sencke, un traineau à pescher Hulsius dict. (1616) 296ᵃ; senke, fischgarn Schottel 1415; fischbahr, tragula, alias eine wate oder senke Stieler 133; fisch- sive zuggarn 2008; eine senke, bey den fischern, ein netz das man ins wasser hangen läst, und oben etwas daran macht, dasz man den obersten rand sehen kann. Frisch 2, 264ᶜ; vgl. Frischbier 2, 338ᵇ. Schambach 190ᵃ.
4)
bei schmieden und schlossern ist die senke eine ausgehöhlte form, 'andern dingen darin ihre gehörige gestalt zu geben'; in der schlüsselsenke werden die röhren der schlüssel abgerundet. Adelung.
5)
eine senke, in den weinbergen, propago Frisch 2, 264ᶜ; senker, senke, senkende, gesenke Nemnich; man nimmt eine rebe, die man aber am stock läszt, und biegt sie in eine grube hinein (senkgrube); eine solche rebe heiszt senke oder auch die handlung wird senke genannt. Jacobsson 4, 140ᵇ, vgl.senken; es tragen auch die sencken nicht alle jahr. Coler öconom. (1680) 262ᵇ.
6)
für senknadel (s. dieses), bei Campe als verdeutschung von sonde.
Zitationshilfe
„senke“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/senke>, abgerufen am 14.10.2019.

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