Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sennader, f.

sennader, f.,
s. sehnader (sp. 148) und (das zweite) senne, f. zu den belegen: sennadern, nervi corporum. Stieler 2007; nervus, sennader, oder hyrnader, die von dem hyrn kumpt. Gersdorf feldb. d. wundarzn. 98ᵃ; wäitzenmeel mit dem safft ausz bilsenkraut zu einem pflaster gesotten, ist gut wider die flüsz der nerven und sennaderen. Tabernaem. 602 K; s. auch zeitvertr. 49. als marterinstrument (vgl. henker- sive foltersennen, fidiculae Stieler 2007, sowie ochsensehne, th. 7, 1137 und Schm. 2, 287):
als er nun das auch uberwundn,
man bald ein ander pein erfundn.
sennadern, starcke ochsenzähn,
musz diser ritter (St. Georg) auszstehn.
Rueff von dem heil. ritter S. Georgen (Augsp. 1621) bl. 8 (str. 59).
übertragen: das geld ist die sennader, das ist das mächtigste und fürnehmst in allen fürhabenden sachen (i danari esser il nervo di tutte le cose). Guicciardini erquickst., durch C. Ens verteutscht s. 498.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 598, Z. 40.

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Zitationshilfe
„sennader“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sennader>.

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