Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sentiment, n.

sentiment, n.
'denkart, empfindung, meinung'. Kinderling 149; Campe erg.-wb. kennt es in 4 bedeutungen: 1) 'empfindnisz', 2) empfindsamkeit, 3) gefühl (wie der mann von gefühl), 4) 'eingestreute äuszerungen sittlicher empfindungen und grundsätze' in der litteratur.das wort wird im 18. jahrh. als französisches modewort herübergenommen, daher auch mit französischer aussprache ('sangtimang' Campe) und französischer mehrzahl: auch sag' ich ihnen (den weibern) nicht so viel schöne sachen, tröste mich nicht monate lang an sentiments und dergleichen. Göthe 10, 53 (Clav. 1); sind auch spuren von sentimentalität in ihm (Manzoni)? fragte ich. durchaus nicht, antwortete Göthe, er hat sentiment, aber er ist ohne alle sentimentalität; die zustände sind männlich und rein empfunden. Eckermann gespr. mit Göthe 1, 375; wie würden sich die Richardsons und alle andere gefallen haben, eine scene daraus zu machen, und über dem auskramen von delicaten sentiments recht undelicat gewesen sein. Schiller an Göthe 179. — jetzt nicht mehr üblich, wol aber die ableitungen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 614, Z. 62.

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Zitationshilfe
„sentiment“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sentiment>, abgerufen am 24.01.2022.

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