Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

seraphisch, adj.

seraphisch, adj.
nach art eines seraphs, englisch, erhaben. Campe, vgl. Weigand 2, 701: eine hohe seraphische weiszheit. Rollenhagen ind. reise 170; hat er nicht schon den himmlischen hörern den namen Amalia vorgesungen auf der seraphischen harfe? Schiller 2, 74 (räuber 2, 2 schausp.); da kurz nach einander die seraphischen jünglinge Klopstock und Wieland, die er (Bodmer) nach Zürich gerufen, seine heilige vaterfreundschaft .. so schnöde getäuscht und hintergangen hatten. Keller 6, 182. dafür von den pluralformen aus gebildet:
doch deine wunder zu erzählen,
wagt nur ein seraphinscher mund!
Creuz 1, 118;
du, freund, magst deine zeit
nur immerhin bey schöner sittsamkeit,
nicht ohne seraphin'sche thränen,
bey tugend und verstand vergähnen.
Lessing 1, 17;
seraphim'sche heere,
schwingt das goldgefieder!
Platen 52ᵇ.
seraphische dichtung, bezeichnung der dichtung Klopstocks und seiner nachahmer (s. Jul. Schmidt gesch. der d. litt. 1, 229 f.), von gegnern parodistisch verdreht, z. b.: die ganze ästhetik in einer nusz .. von einigen demüthigen verehrern der sehraffischen dichtkunst, titel eines werks von Chr. O. v. Schönaich. (1754, neue ausg. von Alb. Köster. Berlin 1900.)
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 619, Z. 74.

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Zitationshilfe
„seraphisch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/seraphisch>, abgerufen am 20.01.2022.

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