Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

serbling, m.

serbling, m.
pflanze, blume, die nicht gedeiht, und in ihrem wachsthum zurückbleibt; kränkliches kind, siecher Stalder a. a. o., in mundartlicher form serblig Hunz. a. a. o. Tobler a. a. o.: sein vater haszte ihn, sagte ihm nur serbling und alte grochserin (jammerweib). Pestalozzi 2, 271; du hast die pracht und die zierde aller unserer nachkommen niedergemacht — also sagten alte und hohe, aber schon faule eichen, da sie in ihrem falle junge bäume zu tausenden niederschlugen, zum bauer, der sie umhieb. aber die übrig gebliebenen unbeschädigten tannen und eichen trösteten ihn und sagten: das elend, welches ihr fall über uns verbreitet, ist viel kleiner, als dasjenige, welches ihr leben über uns verhängte; denn wir werden von nun an sicher aufhören, die elenden serblinge zu seyn, welche wir um ihretwillen immer waren. 10, 93; wenn ... die armen geschöpfe in beyden verhältnissen zu krüppeln und serblingen gemacht sich weniger als unmündige helfen können. Lienh. u. Gertr. 3, 68. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 622, Z. 53.

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Zitationshilfe
„serbling“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/serbling>, abgerufen am 25.01.2022.

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