Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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seiche, f.

seiche, f.
ableitung vom verbum seichen (s. d.), in den bedeutungen des masc. saich; verbreiteter als dieses, indem das fem. von den nördlichen gebieten des oberdeutschen durch das mitteldeutsche hindurch bis ans niederdeutsche in den mundarten lebt, auch ins nd. übernommen wird; mhd. seiche, mnd. seiche (Schiller-Lübben 4, 173ᵃ), mnl. seycke, lotium, urina Kilian; im nassauischen die saich neben der saich (auch in der bedeutung des schlechten getränkes) Kehrein 336; hessisch saiche Vilmar 381, düringisch sêche, in Leipzig seechte Albrecht 211ᵃ; in heutigen niederdeutschen mundarten wenig gekannt, weil hier das heimische pisse sich behauptet, seiche als verächtlicher ausdruck in der Altmark Danneil 156ᵃ; das harnlassen, als krankheit die kalte seiche: stranguria dye kalde seych, dy kalde seiche, die kalt seich Dief. 555ᵃ (hoch- und niederdeutsch); die blutseiche Campe; geseichtes, harn: minctura seyche 361ᶜ; urina seiche 630ᵃ; lotium mannes seyche l. gemene pissen 336ᶜ; die seiche, urina Frisch 2, 258ᵇ; vergl. im älteren niederd.:
wen ik dat ledder scholde weychen,
so nam ik solt unde seychen,
gest unde bermen dede ik dar to,
dar mede smerde ik myne scho.
Redentiner osterspiel 1401 Schröder;
niederl.:
doe wande blint werden Isegrijn:
want die seike (Reinarts) ghinc hem in de oghen.
Reinaert 6981.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1899), Bd. X,I (1905), Sp. 167, Z. 58.

seiche, f.

seiche, f.
für seige (s. d.), senkung, neigung und dadurch bewirkter abflusz des wassers, senkröhre: ein gute kupferen seichen. Tucher baumeisterb. 164, 23; item dasselb verloren und uberich wasser in demselben trog gett auch durch ein seichen herab unter der erden. 176, 18; das verloren und überich wasser in dem trog hinter den fleichpencken geet durch ein seichen in ein rören, die aussen am trog steet, gegen der Begnitz und under der erden durch das pflaster gegen der hausthur am pat. 177, 18. bergmännisch: die seiche ist in den bergwerken, das kleine wässerlein, so am mundloch des stollens aus dem bergwerk heraus laufft. Frisch 2, 258ᵇ; von Adelung sowol als bergmännisches, wie als wort 'einiger gemeinen mundarten' in der bedeutung kleiner bach, kleines rinnendes wasser aufgeführt; tirolisch seichen, seige, sög, vertiefung im terrän, wo das wasser zusammenflieszt, sumpf in wiesen und äckern zum versiegen des wassers Schöpf 667.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1899), Bd. X,I (1905), Sp. 168, Z. 1.

sereiche, f.

sereiche, f.,
s. serreiche.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 623, Z. 3.

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Zitationshilfe
„sereiche“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sereiche>, abgerufen am 25.01.2022.

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