Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

serten, verb.

serten, verb.
stuprare, futuere. altgermanisches ablautendes verb, altn. serđa (part. perf. sorđinn und strođinn), daher auch ganz vereinzelt im ags., s. Bosworth-Toller 865ᵇ (serđ kann wegen des đ nicht genuin ags. sein), mnd. serden (fehlt bei Schiller-Lübben, nur in übertragener bedeutung, vgl. unten):
mochte my wat geldes van ju werden,
wy wolden dei kristen unmaten serden.
Theoph. v. 443 (vgl. die anm.);
synt se nu monnyke worden,
so heft se yo de duvel sorden.
zeitschrift für d. alterthum 5, 399, v. 566;
ik let dat brot nicht gar werden:
alzo konde ik de lude serden.
Redentiner ostersp. 1373, vgl. Schröders anm. u. zeitschr. f. d. phil. 8, 108.
im hochd. als starkes verb (ich sirte—sart — gesorten) bis ins 15. jahrh. bezeugt, so schon in den ahd. gesprächen: narro er sart dâr gerno stultus voluntarie fut(u)it, s. W. Grimm kl. schr. 3, 498, 67. 510. mhd. s. Lexer handwb. 2, 892 und besonders Schm. 2, 327—9:
hör, pruder Pibelitz,
du kümpst mir nit in meinen schlitz
mit deinen groszen worten;
davon so lasz mich ungesorten!
fastn. sp. 616, 25;
namentlich im 'ring' von Heinr. Wittenweiler sehr oft in verschiedenen bedeutungen belegt, s. Schm. a. a. o. auch sonst in übertragenem sinne, plagen, belästigen (so besondres mnd., s. oben):
der binder
mich in der teschen siert.
Oswald v. Wolkenstein 60, 2, 13.
vgl. auch:
ir sullt sein unersart.
fastn. sp. 1090.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 628, Z. 27.

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Zitationshilfe
„serten“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/serten>, abgerufen am 25.01.2022.

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