Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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satin, m.

satin, m.
eine geringere, leichte sorte atlas, auch bällchenatlas, s. öcon. lex. 2119. Jacobsson 3, 516ᵇ. entlehnt von franz. satin, ital. setino, das seinerseits eine ableitung von lat. seta 'seide' ist (s. Diez etymol. wb. 294). daher stammen ferner engl. satin, niederl. satijn, vestis serica Kilian, mhd. satîn Lexer handwb. 2, 616, dazu satînîn, adj. nachtr. 356, nhd. satin, seitin sericum Schottel 1392: sie (die frauen) trugen ... den uberrock mit gold und silberdurchsticktem taffat, grobgrän, satin, damast. Garg. 281ᵇ;
der selbig (die fahne) war von lauter flecken,
als parchat, atlas und satin.
H. Sachs 5, 380ᵈ;
man sieht, durch der natur geheimnisz-reiche kraft,
gewachs'nen atlas hier, und dort gewachs'nen taft,
gefärbten damast dort, sammt, moor, brocad, satin.
Brockes 5, 114.
jetzt ist die franz. aussprache wieder herrschend. Frischbier 2, 248ᵇ erklärt sattin als ein ehemals beliebtes wollenzeug. ganz hiervon zu trennen ist nd. niederl. satin, settin, halbes lot, s. Schiller-Lübben 4, 32ᵇ. Kilian. brem. wb. 4, 591. 6, 268, vgl. auch Schm. 2, 335. ableitungen von satin sind satinade, ein halbseidenes zeug; satinet ein streifiges zeug mit baumwolle und seide; satinieren eine art zu sticken, satinierstich; satinisk eine art baumwollenzeug, fünfschäftiger barchent, s. Jacobsson 3, 516ᵇ. 7, 170ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1810, Z. 45.

setin, settin

set(t)in,
mit mannigfach wechselnden nebenformen.
1)
name eines baumes, mhd. in den schreibungen sethîn, setim, zethim, sechin, sechim, sechen, s. Lexer hdwb. 2, 893: von der sethin. sethim ist gar ain edel paum und wechset in den landen gegen der sunnen aufganch .. der paum geleicht dem weiʒen dorn, aber er ist gar vil grœʒer. auʒ dem holz machte Noe sein arch. Megenberg 316, 22 ff.; bei dem verstand daz holtz des heiligen creutzes, daz dem helischen löwen grausenlich ist. Keisersberg hellisch lew 35; got hat geredt zu Moysen daz er im solt machen ein arch von dem holtz sethim, das nit fulen möcht. brösaml. 43.
2)
halbes oder viertel lot, vgl. unter satin, theil 8, 1810, mhd. setin, sætin, settin, sættin, settich, settit, setling, vgl. mlat. satum Lexer hdwb. 2, 894. Schm. 2, 335: daʒ wort settit daʒ betüttet nit anders denne ain viertail ains lottes ains ieglichen gewichtes. quelle vom jahre 1429 s. ebenda.
3)
setin unter den 'materiae vestium' bei Clajus s. 55, 13 neudruck (wol satin).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 641, Z. 65.

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Zitationshilfe
„setin“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/setin>, abgerufen am 23.01.2022.

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