Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

setzer, m.

setzer m
der setzt, mhd. setzer, ahd. setzari, sezzari Graff 6, 306, nd. setter, setterd. vgl. unten 1, k.
1)
von personen, den verschiedenen bedeutungen des verbs gemäsz, besonders
a)
im sinne von II, A, 3, a, γ, θθ der in der truckerey die buchstaben zusammen lieset, und wort drausz macht. Hulsius (1616) 296ᵇ, typotheta Maaler 371ᵃ. Stieler 2041. Dentzler 2, 263ᶜ. Steinbach 2, 351. Adelung. Jacobsson 4, 150ᵇ. Campe: darbey sasz aber ein grosser speyvogel, Wendling von Marle genant, ein setzer (auf einem gastmahl, zu dem 'druckergesellen' geladen sind). Frey gartenges. (1556) 119ᵃ; vom drucker unterschieden:
der drucker sprach behende ...
ich mus jetzt warlich trincken,
sonst kann ich drucken nit,
der setzer thet jhm wincken,
ich gehe gewisslich mit.
Ambr. liederb. 371 (nr. 256), 23.
vgl. schriftsetzer oben theil 8, 1777.
b)
nach II, A, 3, a, γ, αα pflanzer, nd.: setters un seiers. ten Doornkaat Koolman 3, 178ᵃ.
c)
nach II, A, 3, a, γ, λλ, im hüttenwerk der das waschen der erze verrichtet. Jacobsson 4, 151ᵃ.
d)
nach II, A, 3, b, α, γγ, der geld setzt im spiel, auf karten, pointeur. Campe.
e)
nach II, A, 3, b, β, ζζ, in älterer sprache: der setzer dieser gesetze, constitutor Steinbach 2, 351. auch ohne solchen zusatz wie 'gesetzgeber': der bapst und geistliche setzer, die faren mit Lucifer uber den himel, geben für, jr ding sey göttlich und mache für gott from. Luther 1, 507ᵃ.
f)
nach II, A, 3, b, β, δδ und γ schätzer, taxator: als oft die setzer versawmen ainen schenken und jm sein trincken nit setzen. quelle bei Schm.² 2, 343; welicher der wär, der die sätzt nicht hielt, es sei umb wein, prott, pir oder fleisch als di setzer setzent. steir. u. kärnt. taid. 466, 23 (von 1423); welicher fleischaker di setzt nicht hielt oder halten wolt als di setzer setzent. 43; ob si im (die gerichtsleute dem wirth) aber den wein setzeten, darumb er in nicht geschenken mecht, so müssen im di sezer das viertl wein (das der wirth ihnen zum kosten vorgesetzt hat) zalln. Salzburger taid. 80, 1 (17. jahrh.). landschaftlich anscheinend noch in neuerer zeit. Schm.² 2, 342. vgl. auch preissetzer oben theil 7, 2098 und landsetzer, ein ehedem in Hessen und Fulda vorhandenes amt, etwa den taxator, steuercommissar der modernen verwaltung vertretend. Vilmar 236.
g)
nach II, A, 3, b, β, ε, verfasser, in älterer sprache: epistel des setzers diser historien. Wilw. v. Schaumburg 1 Keller.
h)
nach II, A, 3, b, β, ζ, componist. Adelung. Campe. vgl.tonsetzer unten.
i)
bair. säufer, nach Schm.² 2, 343 im anschlusz an e, 'vermuthlich in natürlicher consequenz des vielen verkostens'.
k)
nd. setter, heranwachsender knabe. Dähnert 422ᵇ, kleiner kräftiger knabe. Mi 79ᵃ, setter, setterd, starker, kräftiger mensch: 'n dügtigen, dikken setterd fan'n jung, kerel. ten Doornkaat Koolman 3, 178ᵃ. vielleicht im anschlusz an II, B, 1, b, β, αα oder 3, c oder auch übertragung von setzer 2, b.
2)
von unpersönlichem.
a)
bei der artillerie werkzeug zum zusammenstoszen, feststoszen der ladung, ladestock. Eggers kriegslex. 2 (1757), 903. Jacobsson 4, 150ᵇ. Frisch 2, 267ᶜ. Adelung. bei den feuerwerkern werkzeug zum feststoszen der füllung von schwärmern und raketen. Eggers a. a. o. vgl. setzkolben und raketensetzer oben theil 8, 78.
b)
deutlich passivisch im anschlusz an II, A, 3, a, γ, αα nd. setter, pflänzling. ten Doornkaat Koolman 3, 178ᵃ. vergl. setzling 1.
c)
wol im anschlusz an den gewöhnlichen transitiven gebrauch von setzen bei färbern ein eiserner mit einem netz beflochtener reif, der in die küpe gesetzt wird, damit die zu färbende waare nicht unmittelbar mit den gröberen theilen der farbeningredienzien, die sich auf dem boden der küpe sammeln, in berührung kommt. Jacobsson 1, 469ᵇ. auch drift, s. dies oben theil 2, 1409.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 688, Z. 15.

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