Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

setzung, f.

setzung, f.
zu setzen, mhd. setzunge Lexer mhd. hdwb. 2, 897, so auch frühnd. Spittendorff 89, 4 (die stelle s. unter 6), in der heutigen form verzeichnet bei Dasypodius. Maaler 371ᵃ. Stieler 2041. Steinbach 2, 351. Adelung, aber immer unhäufig bleibend, zum theil wol durch einflusz von satzung. häufiger und eigenartiger ist mnd. settinge. Schiller-Lübben 4, 200ᵃ.
1)
im sinne der gewöhnlichen transitiven bedeutung von setzen in bezug auf personen in Estland, die mehrmals im laufe des semesters stattfindende platzanweisung der schüler nach leistungen und betragen. Sallmann 84ᵇ.
2)
sinnlich verbal in bezug auf gegenstände nach setzen II, A, 3, α, αα: setzung der bäume, consitio arborum. Steinbach 2, 352. nach εε und λλ: setzung eines hochofens. Jacobsson 4, 152ᵃ.
3)
im anschlusz an solchen gebrauch freier wie bau: setzung oder gestaltung desz menschens, constructio hominis. Maaler 371ᵃ. ähnlich, auch in bezug auf unsinnliches: diu stat, diu ungenant ist, in der grüenent unde blüegent alle crêatûre in rehter ordenunge, und sezunge aller crêatûren ist genomen alzemâle ûʒ dem grunde dirre stat rehter ordenunge, unde sezunge der sêlen fliuʒet ûʒ disem grunde. myst. 2, 130, 32—34.
4)
nach setzen II, A, 3, b, α, αα mnd. settinge versetzung, verpfändung und concret das versetzte stück, unterpfand. Schiller-Lübben 4, 200ᵃ.
5)
nach setzen II, A, 3, b, β mnd. settinge satzung, gesetz, ordnung, zunftrolle. Schiller-Lübben 4, 200ᵃ.
6)
nach setzen II, A, 3, b, γ ansetzung zu einem bestimmten preise, schätzung, mnd. Schiller-Lübben 4, 200ᵃ, und hd.: umb die setzunge des saltzes, das das nicht eyns redelichen und glichlichen kouffs gesatzt wirdet. Spittendorff 89, 4 v. unten Opel.
7)
nach setzen II, A, 3, b, β, δ als philosophischer begriff: wir gelangen also nur durch schranken zur realität, nur durch negation oder ausschlieszung zur position oder wirklichen setzung, nur durch aufhebung unsrer freyen bestimmbarkeit zur bestimmung. Schiller 10, 338.
8)
nach setzen II, A, 3, b, ε: ordentliche setzung der rede. Dasypodius, ordentliche setzung der worten, consecutio verborum. Maaler 371ᵃ. ähnlich: das sie (die jungen dichter) erstlich die grundregulen unserer teutschen sprache, so wol ausz der sprach als versz-kunst .. richtig erlernen und nicht ehender, bisz sie selbige zur genüge ergriffen, auch in setzung der gedichte eine hurtige färtigkeit erlanget, etwas sollen herfür kommen oder durch den druk lassen gemein werden. Rist Parn. vorbericht b 7ᵇ.
9)
nach setzen II, A, 3, b, ζ: er chan auch musicam, die kunst des gesangs und seczung der don. d. chron. 2, 373, 39 Weiland.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 695, Z. 17.

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Zitationshilfe
„setzung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/setzung>, abgerufen am 24.10.2021.

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