Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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säufer, m.

säufer, m.
potator, mnd. super Schiller-Lübben 4, 477ᵃ, holl. zuiper, westfäl. süper Woeste 263ᵇ, götting.-grubenhag. sü̂per, als plur. auch gebräuchlich sûplü̂e Schambach 219ᵇ; der umlaut unterbleibt sehr häufig, wie aus den beispielen zu erkennen ist; alemannisch sûfer: aber leider die bischof, fürsten, ammeister und die ratsherren, die es solten verbieten, die seint die ersten sufer und spieler. Keisersberg narrensch. 173ᵃ. säufer bezeichnet einen, der dem laster des saufens ergeben ist: Sardanapalus ist ein fresser und saufer gewesen. Aventinus bair. chron. 1, 250, 24; hies Holophernes, war aber ein saufer und huerer. 1, 296, 14; sey nicht unter den seuffern und schlemmern, denn die seuffer und schlemmer verarmen. spr. Sal. 23, 20 f.; treff er das hertz nit, so sol man in vor einen sauffer halten. Kirchhof wendunm. 1, 14 Österley; so ein saufer gar nichts erkennet, kann auch got nicht lieben ohn erkandtnusz, sondern ist ein sau, die nichts kann dann ein sau. Paracelsus (1589) 10, 51; je ein gröszerer sauffer, je trefflicherer kerls ist es. Simpl. 1, 168 Keller; mit sauffern wird man ein schlemmer. Abr. a S. Clara Judas 1, 161; der ein sauffer auf der seyten hat, von dem wird er auch lehrnen den Feuchtium ausz der bibliothec zu hollen. 1, 164; die entsetzlich vielen säufer, ehebrecher und heuchler. J. Paul teuf. papiere 1, 137;
ein säuffer, der den gantzen tag
mehr hat gesoffen, denn er mag,
(versteh nach fördrung der natur),
der ist ein arme creatur.
Ringwald laut. wahrh. (1597) 64;
wir führten weder glasz noch becher in der hand
den nassen säuffern gleich.
Rist Parnass 681;
wenn mir das haupt ein wenig toll,
wenn mir die füsze taumeln,
da schreit ihr gleich: schon wieder voll!
seht nur den säufer schwaumeln!
Immermann 11, 286.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1883, Z. 8.

seufern, verb.

seufern, verb.
für säubern:
so der beltz loufft also fol,
das ich in nym kan seuffren wol.
Murner schelmenz. 30 neudruck.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 700, Z. 10.

seufern, verb.

seufern, verb.
neben seifern (oben sp. 195): und glaubt man es selten bisz es (das wasser) herauszerspringet im schneiden, dann es seufferet sich nicht sondern es sprützet gewaltig herauszer. Würtz pract. d. wundarznei (1612) 182. — gemiscere, sufern Dief. gloss. 259ᵇ. s. unten seuften und zweites seufzen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1900), Bd. X,I (1905), Sp. 700, Z. 14.

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Zitationshilfe
„seufern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/seufern>, abgerufen am 21.10.2021.

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