Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

siebentel, n.

siebentel, n.
zahlw. der siebente theil eines ganzen Adelung, gekürzt aus siebent(e) theil, Weigand 2, 709, daher in älterer form auch siebentheil (gewöhnlich masc.):
beleibt in doch der sibentail über.
Schade sat. u. pasqu. 2, 184, 299.
in ganz anderem sinne (für 7⁄12) bei Maaler 372ᵈ: sibenteil, deren zwölff ein gantzes machend (!), dz ist der halb teil mit sampt einem zwölfftenteil, wenn es von der auszmässung desz ärdtrichs geredt wirdt, septunx. es fragt sich, ob dieser gebrauch in der lebendigen sprache irgend welchen grund hatte und nicht einfach von Maaler zur übersetzung des lat. ausdrucks erfunden ist; auch in diesem falle scheint er anzudeuten, dasz die composition damals noch weniger festgeprägt und geläufig war. — siebentel, n. settina, zuerst bei Kramer dict. (1706) 2, 805ᵃ, während die ausg. von 1679 (nach Weigand a. a. o.) noch siebentheil hat. beides nebeneinander: ein siebenteil, oder siebentel von etwas, septima pars alicujus rei, oder numeri. Frisch 2, 274ᵇ. — jetzt oft zu siebtel gekürzt, wofür auch siebtheil Campe (kaum in gesprochener rede):
das ist von unserem segen ein siebtheil!
Voss Ovids verwandl. (1798) 1, 324 (nr. 27, 45);
wohlan, ihr herrn, errathet mich,
ein siebtheil von mir selbst bin ich.
Hebel 1, 291 (rätsel 68: 'mittwoch'):
im bergwesen siebentel gleichbedeutend mit siebente (s. das. 4, b). Veith 449.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 827, Z. 39.

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Zitationshilfe
„siebentel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/siebentel>, abgerufen am 25.10.2021.

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