Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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siebener, siebner, m.

siebener, siebner, m.
zahl von sieben, ein aus sieben bestehendes ganze, hebdomade; substantivbildung zu sieben, vgl. Weigand 2, 708, mhd. sibener Lexer handwb. 2, 899.
1)
die zahl sieben oder das zahlzeichen dafür (beim rechnen) Adelung, bair. sìbme' Schm. 2, 209, tirol. sî'mer Schöpf 672, kärnt. sibmar Lexer 232.
2)
eine alte österreichische silbermünze im werthe von sieben kreuzern. Adelung. Jacobsson 4, 155ᵇ. 7, 346ᵇ; nach dem die kayserlichen zwey-groschen stück, oder sechs-kreuzer, auf 7 kreuzer erhöhet worden, nennt man sie siebner, wie die 15 kreuzer-stück siebenzehner. [?] Frisch 2, 274ᵃ. — münze von 7 pfennigen oder 2 (damaligen) kreuzern, seit etwa 1506. Schm. a. a. o. Schöpf 672; jetzt noch simmerzettel kleine banknote. ebenda.
3)
mitglied einer aus sieben personen bestehenden behörde, eines collegiums von sieben. Adelung: siebener, m. septem-viro, uno de' sette savi, it. di sette consiglieri. Kramer dict. 2, 805ᵇ. insbesondere
a)
als übersetzung des lat. septemvir: sibner, der siben oberer einer zuͦ Rom, septemvir. Maaler 372ᵈ; siebener, der, propr. septemvir. Stieler 2015.
b)
'einer der gewöhnlich in der zahl sieben aufgestellten geschwornen sachverständigen in bau-, flur-, grenz- u. s. w. besichtigungsgegenständen einer gemeinde'. Schm. 2, 209 (als fränkisch): die gemeind-sibner eines orts versteinen und marken die güter ab. Würzb. verordn. v. 1753 s. ebenda; siebener, ... et agrimensores, alias marksteinsetzer. Stieler 2015; siebner, agrimensores, septemviri, zum gränzstein setzen verordnete leute in Franken, als zu Windsheim in der reichs-stadt u. in derselbigen gegend im Bayreutischen fürstentum, in der hauptmannschafft Neustadt an der Aisch und Hoheneck. Frisch 2, 274ᵃ; feldmesser, grenzscheider oder untergänger Adelung; und war derselbig darzu der sibener und innern raths einer. Götz v. Berl. 212, dazu d. anm.: also werden in Francken an dem Mayn herum diejenige genennet, welche die steine auf dem feld setzen. — dazu siebner-amt, n., zu Windsheim, vier aus dem rath, drey aus der bürgerschafft, bemerken die landstrassen, äcker, wiesen, weinberge etc. mit steinen, müssen verschwiegen seyn, und ir thun geheim halten. Frisch a. a. o. Adelung. (auch das amt eines siebeners Campe.) vgl. Arnold deutsche freistädte 2, 386. ferner siebnerei, f., ein solches collegium, z. b. in Neustadt an der Aisch (1745) Schm. 2, 209; siebnergang, m., die jährliche besichtigung sämmtlicher marken einer flur durch die siebner. ebenda.
c)
mitglied eines mit sieben (geschwornen) besetzten gerichts, das siebnergericht heiszt. Adelung; so schon mhd. die sibener in einer urk. v. 1335, s. Lexer handwb. 2, 899; in jure siebener quoque dicuntur sacramentales jurati, it. septem electi judices bey dem freyschieszen. Stieler 2015; das siebner-gericht, judicium septemvirorum Frisch 2, 274ᵃ (aus einer Straszburger polizeiordn. v. 1621). dazu: siebner-gerichts-knecht, apparitor et lictor judicii septemvirilis. ebenda. Adelung nennt ihn blosz siebnerknecht, dagegen bemerkt Frisch a. a. o. (aus derselben quelle) zu diesem: thurn-hüter, bettelvogt, allmusen- und siebner-knecht, müssen auf die bettler mit achtung geben. — vgl. auch 'sibener, die, in Füszen die 7 richtereide bei executionen'. Birlinger 387ᵃ.
d)
sibner, species eorum, qui contra reos criminum ad probandum adhibentur. Scherz-Oberlin 1497: deszgl. sol den sybnern, wann man ihrer beduirfftig, ihr malzeit gegeben werden. ebenda. septem testes in judicio septemvirali adhibiti. ebenda.
4)
schweiz. sìbner, der im jahre sieben (1807?) geborne. Hunziker 240.
5)
nach Campe auch für die siebenblume.
6)
unklar ist: siebend, o. septiesme. siebener, idem Hulsius 297ᵇ.
7)
würzburg. sibner, s. sieber 1.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 804, Z. 23.

siebener, siebner, m.

siebener, siebner, m.
zahl von sieben, ein aus sieben bestehendes ganze, hebdomade; substantivbildung zu sieben, vgl. Weigand 2, 708, mhd. sibener Lexer handwb. 2, 899.
1)
die zahl sieben oder das zahlzeichen dafür (beim rechnen) Adelung, bair. sìbme' Schm. 2, 209, tirol. sî'mer Schöpf 672, kärnt. sibmar Lexer 232.
2)
eine alte österreichische silbermünze im werthe von sieben kreuzern. Adelung. Jacobsson 4, 155ᵇ. 7, 346ᵇ; nach dem die kayserlichen zwey-groschen stück, oder sechs-kreuzer, auf 7 kreuzer erhöhet worden, nennt man sie siebner, wie die 15 kreuzer-stück siebenzehner. [?] Frisch 2, 274ᵃ. — münze von 7 pfennigen oder 2 (damaligen) kreuzern, seit etwa 1506. Schm. a. a. o. Schöpf 672; jetzt noch simmerzettel kleine banknote. ebenda.
3)
mitglied einer aus sieben personen bestehenden behörde, eines collegiums von sieben. Adelung: siebener, m. septem-viro, uno de' sette savi, it. di sette consiglieri. Kramer dict. 2, 805ᵇ. insbesondere
a)
als übersetzung des lat. septemvir: sibner, der siben oberer einer zuͦ Rom, septemvir. Maaler 372ᵈ; siebener, der, propr. septemvir. Stieler 2015.
b)
'einer der gewöhnlich in der zahl sieben aufgestellten geschwornen sachverständigen in bau-, flur-, grenz- u. s. w. besichtigungsgegenständen einer gemeinde'. Schm. 2, 209 (als fränkisch): die gemeind-sibner eines orts versteinen und marken die güter ab. Würzb. verordn. v. 1753 s. ebenda; siebener, ... et agrimensores, alias marksteinsetzer. Stieler 2015; siebner, agrimensores, septemviri, zum gränzstein setzen verordnete leute in Franken, als zu Windsheim in der reichs-stadt u. in derselbigen gegend im Bayreutischen fürstentum, in der hauptmannschafft Neustadt an der Aisch und Hoheneck. Frisch 2, 274ᵃ; feldmesser, grenzscheider oder untergänger Adelung; und war derselbig darzu der sibener und innern raths einer. Götz v. Berl. 212, dazu d. anm.: also werden in Francken an dem Mayn herum diejenige genennet, welche die steine auf dem feld setzen. — dazu siebner-amt, n., zu Windsheim, vier aus dem rath, drey aus der bürgerschafft, bemerken die landstrassen, äcker, wiesen, weinberge etc. mit steinen, müssen verschwiegen seyn, und ir thun geheim halten. Frisch a. a. o. Adelung. (auch das amt eines siebeners Campe.) vgl. Arnold deutsche freistädte 2, 386. ferner siebnerei, f., ein solches collegium, z. b. in Neustadt an der Aisch (1745) Schm. 2, 209; siebnergang, m., die jährliche besichtigung sämmtlicher marken einer flur durch die siebner. ebenda.
c)
mitglied eines mit sieben (geschwornen) besetzten gerichts, das siebnergericht heiszt. Adelung; so schon mhd. die sibener in einer urk. v. 1335, s. Lexer handwb. 2, 899; in jure siebener quoque dicuntur sacramentales jurati, it. septem electi judices bey dem freyschieszen. Stieler 2015; das siebner-gericht, judicium septemvirorum Frisch 2, 274ᵃ (aus einer Straszburger polizeiordn. v. 1621). dazu: siebner-gerichts-knecht, apparitor et lictor judicii septemvirilis. ebenda. Adelung nennt ihn blosz siebnerknecht, dagegen bemerkt Frisch a. a. o. (aus derselben quelle) zu diesem: thurn-hüter, bettelvogt, allmusen- und siebner-knecht, müssen auf die bettler mit achtung geben. — vgl. auch 'sibener, die, in Füszen die 7 richtereide bei executionen'. Birlinger 387ᵃ.
d)
sibner, species eorum, qui contra reos criminum ad probandum adhibentur. Scherz-Oberlin 1497: deszgl. sol den sybnern, wann man ihrer beduirfftig, ihr malzeit gegeben werden. ebenda. septem testes in judicio septemvirali adhibiti. ebenda.
4)
schweiz. sìbner, der im jahre sieben (1807?) geborne. Hunziker 240.
5)
nach Campe auch für die siebenblume.
6)
unklar ist: siebend, o. septiesme. siebener, idem Hulsius 297ᵇ.
7)
würzburg. sibner, s. sieber 1.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 804, Z. 23.

siebnen, siebner

siebnen, -ner
u. s. w., s. siebenen, -ener.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 837, Z. 36.

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Zitationshilfe
„siebner“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/siebner>, abgerufen am 25.10.2021.

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