Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

siedendheisz, adj.

siedendheisz, adj.,
vgl. sieden III, 2, siedheisz und siedigheisz: siedend-heisz, sied-heisz, siedicht-heisz, idem (wie siedend) Kramer dict. 2, 806ᶜ; brüheisz, siedendheisz, fervens, fervidus, ignitus. Stieler 822; auch getrennt geschrieben: ehe er (der hund) noch den rückweg fand, ... ward ihm ein topf voll siedend heiszes wasser über den rücken gegossen. Bechstein märchenb. 74; trotzdem, dasz es an allen gliedern fror, schosz ihm doch das blut siedendheisz ins gesicht. Auerbach dorfgesch. 1, 54. — dafür in der ältern sprache merkwürdig consequent sieden-heisz, sodasz es fast scheint, als wäre (für das damalige sprachgefühl) der inf. in die zusammensetzung eingetreten: nicht ferne vom selben dorffe soll ein siedenheisse quelle seyn. Olearius pers. reisebeschr. 386ᵇ;
wo ist die traurigkeit, die mich verzagen hiesz?
die seuffzer? der verdrusz? die sieden-heissen zähren?
Fleming ged. 603;
versieget doch einmahl, ihr siedenheisse tropffen.
620.
ebenso findet sich neben der verstärkung brühsiedendheisz im 17. jahrh. brühsiedenheisz, s. theil 2, 426.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 880, Z. 62.

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seufzung siegeswonne
Zitationshilfe
„siedendheisz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/siedendheisz>, abgerufen am 17.10.2021.

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