Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

siedenig, adj.

siedenig, adj.
für siedend, ist veraltet, fervens. Frisch 2, 275ᵃ, danach Campe. bildung mit auffälligem suffix, wie es scheint, gleichbedeutende weiterbildung zu dem apokopierten part. sieden(d), vgl. sieden III, 2. im hd. selten: sydenig werden, fervere (in einem variloquus, ende des 15. jahrh.), s. Dief.-Wülcker 854; in einem siedenigen hafen, s. ebenda; sidenig haisz, siedenige liebe, fervor. voc. des 15. jahrh. bei Schm. 2, 227; so er (der topas) gethon wirt in ein siedenig heisz wasser. Albertus Magnus v. d. tugenden der krüter (Straszburg 1508) 19; sant Johans sein bruͦder ward in syedenig heissz öl gesetzt in ein bütt. Keisersberg postill 2, 42ᵃ. (das citat bei Frisch: Keysersb. post. fol. 178ᵇ siedenig öl, oleum fervens, meint wol dieselbe stelle.) jetzt noch kärnt. als siedntik bezeugt, Lexer 233 (hier also mit erhaltenem d des part.?). — häufiger im nd., wo das d ebenfalls noch oft erhalten ist: sedendich, seydendig, contrahiert seenig, senich, zeynich. Schiller-Lübben 4, 164ᵇ. 189ᵇ. so noch im 18. jahrh. lebendig: seenig, seenig heet Strodtmann 340, senig (zusammengezogen aus sedenig), senig water siedendes wasser. brem. wb. 4, 729. — dazu siedenigkeit, s. unter siedigkeit und siedung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 881, Z. 10.

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Zitationshilfe
„siedenig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/siedenig>, abgerufen am 26.10.2021.

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