Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

siedheisz, adj.

siedheisz, adj.,
caldo bollente ò bogliente Kramer dict. 2, 807ᵃ, fervens Frisch 2, 275ᵃ. Campe, österr. siedhasz sehr heisz, siedend, aufwallend Hügel 149ᵇ, vgl. siedendheisz und siedigheisz: es sey besser (das malz) mit einem zimlichen warmen, als mit gar siedheissen wasser abbrennen. Hohberg 2, 81ᵃ; die see spritzt siedheisze wellen aus in die gestirnte höh'. Wieland 31, 241; (da) war mir's, als ob man mich mit siedheiszem wasser begossen hätte. Göthe 19, 334;
dasz blut siedheisz um den laufenden aufquoll.
Voss Od. 9, 388;
was männer nicht erfochten, ha'n weiber wohl vermocht,
die ha'n in topf und kessel siedheiszen brei gekocht,
und gieszen von der mauer so manchen schönen grusz.
Marggraff bei Stern d. dichtung 310ᵇ.
prädicativ: gott hat obberührtes bad ganz siedheisz ausz der erden entspringen lassen. wiszbadisch wisenbrünnl. (1610) 4; siedheisz essen, trincken mangiar, bere bogliente. Kramer a. a. o. auch übertragen: morgens um 3 uhr da er aufgewacht, fiel ihm siedheisz ein, dasz er des beim holz festgemachten gänzlich vergessen. Leoprechting aus d. Lechrain 57.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 882, Z. 75.

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Zitationshilfe
„siedheisz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/siedheisz>, abgerufen am 17.10.2021.

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