Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

siegelbewahrer, m.

siegelbewahrer, m.
beamter, der das siegel einer gemeinschaft in verwahrung hat und führt, kanzleivorsteher, sekretär. Adelung, s. auch siegelverwahrer: die person des günstlings und siegelbewahrers ist gewissermasen der schatten der majestät. Schiller 3, 424 (kab. u. liebe 3, 1). dazu siegelbewahrerin, f.; freier: müszt' ich nicht, wenn ich sie (die heldin meines buchs) nur über die hausthüre hinaus haben wollte, mit einer kronwache von siegelbewahrerinnen neben ihr herziehen? J. Paul Hesp. 3, 192; war etwan Raphaels Madonna della sedia, in deren vom himmel gesunknes palladium sich ihre (Lianens) zarte seele eingesenkt, die siegelbewahrerin ihres heiligsten geheimnisses (war das vertieftsein in die betrachtung des gemäldes schuld, dasz sie dem hinzutretenden Albano kein zeichen der erwiderung seiner liebe gab)? Titan 2, 207.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 904, Z. 35.

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seufzung siegeswonne
Zitationshilfe
„siegelbewahrer“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/siegelbewahrer>, abgerufen am 16.10.2021.

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