Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

siegelgeld, n.

siegelgeld, n.
geld, welches in kanzleien den kanzleibeamten für beidruckung eines siegels entrichtet wird. Adelung, als sigelgelt schon im 15. jahrh. bezeugt, s. Lexer hwb. 2, 915; siegelgelt, cerarium Stieler 682, sigelgeld Dentzler 2, 264ᵃ, pecunia pro obsignatione literarum. Frisch 2, 276ᵃ; in alten bergordnungen die taxe, die dem bergrichter für ausfertigung einer amtsurkunde entrichtet werden muszte. Scheuchenstuel 226: was mit des gerichts zu Hatten insigel versigelt würd, und sigelgeld gefelt, daran hat der fleckensteinisch knecht als vil zu nemen als der obervogt. Grimm weisth. 5, 507, § 33 (jahrspruch im Hattgau von 1490); ain ieder richter zu Glurns und Mals sol mit sitz-, verhör- und siglgelt .. gehalten werden nach laut und inhalt neuer lantsordnung. tirol. weisth. 3, 9, 24; siglgelt oder erung. 4, 215, 3 (weiteres s. im sachregister); so soll der verkaufer .. für die absidlung des sonst sigelgelt genant wirdet 1 fl. ungarisch reichen. steir. taid. 227, 25. — nach Campe auch die lehnware, die beim antritte eines neuen erbherrn entrichtet wird; ferner geld, welches für siegel(lack) bestimmt ist (?)
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 905, Z. 50.

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seufzung siegeswonne
Zitationshilfe
„siegelgeld“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/siegelgeld>, abgerufen am 26.10.2021.

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