Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

siegellack, n.

siegellack, n.

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lack zum siegeln von briefen, eine harte, sehr leicht schmelzbare masse aus schellack, terpentin, zinnober u. a. stoffen, von zumeist roter oder brauner, auch schwarzer (für trauerbriefe), früher auch von gelber, grüner und blauer farbe (Zimm. chron.² 1, 503 Barack werden erwähnt: mit rotem, brunem, grüenem wachs besiglen, lederfarben, schwarz wachs, vgl. auch siegeln 1, b); es kommt in stangen gegossen in den handel und man benutzt es, indem man es an einer kerze schmelzt, auf die zu sichernde verschluszstelle tropfen läszt und das petschaft darauf drückt; ältere bezeichnungen sind spanischer lack, spanisches wachs, briefwachs, -lack, s. Adelung. öconom. lex.² 2724 f. frauenz.-lex.² 3267. Jacobsson 4, 158 f. 7, 347 ff. Karmarsch-Heeren³ 4, 769: siegel-lack, n. lacca da sigillare, cioè cera di Spagna. Kramer dict. 2, 809ᵃ; miniatula, cera miniata, sigillaris, signatoria. Stieler 1052. Frisch 2, 276ᵃ; landschaftlich auch als masc., so meistens in Leipzig Albrecht 212ᵇ, in Basel der sígelagg Seiler 269ᵃ. belege: der alte nahm eine lange stopfnadel und machte am licht einen knoten von siegellack daran. Grimm märchen s. 173; herr Bellin hob die hand hoch auf, in der er eine stange siegellack hatte. Ludwig 2, 442; der buchbinder, der ... an der thüre ein verwittertes glaskästchen hängen hatte, in welchem eine stange siegellack an der sonne krumm wurde. Keller 4, 20;
eine federmesserklinge ...
hält er in den händen, schmelzet
siegellack und macht den griff dran
von dem siegellack in kreuzform.
Immermann 12, 26 Hempel (Tulif. 1, 5, v. 288 f.).
dazu
siegellackbarren m.:
(die musen) stellten in heiligem schweigen
dem träumer geschenke in's moos ...
die fünft' einen siegellackbarren.
Scheffel gaudeamus s. 35 (Hesiod).
siegellackbüchse f.,
bez. -buchsen in der soldatensprache bezeichnung der generalshosen. Horn 58;
siegellackfabrik f.;
siegellackfabrikant, siegellackmacher m.
Campe;
siegellackstange f.
ebenda:
zuletzt kam die reihe des aufsteigens an die einer roten siegellackstange gleichende kammerfrau.
Keller 7, 220.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 906, Z. 48.

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seufzung siegeswonne
Zitationshilfe
„siegellackbarren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/siegellackbarren>, abgerufen am 18.10.2021.

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