Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

siegesfahne, f.

siegesfahne, f.
'die fahne des siegers, sofern man sie wehen läszt zum zeichen des sieges'. Campe, vgl. siegerfahne, mhd. dafür segevane (Hagen boich v. Colne 5881): so dasz in wenigen stunden der feind geschlagen und zerstreut war, und die siegesfahnen wehten. Bechstein märchenb. 104;
du held, der andre Capistran,
aus dessen lenden du entsprossen,
hat vor des adlers sieges-fahn
sein blut mit fruchtbarkeit vergossen.
Günther 140;
ein miszgebrauchter fürst taucht seine sieges-fahnen
in kessel voll vom blut getreuer unterthanen.
Haller ged.¹⁰ 56;
luft, gleich einer siegesfahne,
wehet vor ihm her gewaltig.
Immermann 12, 56 Hempel (Tulif. 2, 2, 307).
bildlich:
wer den charfreytag hier, kan blosz dort ostern halten:
das creutze musz zuvor, der siegesfahn drauf walten.
Dan. v. Czepko monodisticha 5, 32 (bei Scheffler wandersm. herausg. von Ellinger s. ⅬⅤⅠⅠ);
wenn du hast die ird'sche seel' im kampf getödtet,
schwingt die himmlische des lebens siegesfahne.
Rückert (1882) 5, 218 (Dschelaleddin 36).
dazu:
er kehrte zurück mit geordnetem zug
zum kaiser mit siegesfahnenflug.
Firdosi 3, 315.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 921, Z. 27.

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seufzung siegeswonne
Zitationshilfe
„siegesfahne“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/siegesfahne>, abgerufen am 17.10.2021.

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