Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sieghaftig, adj.

sieghaftig, adj.,
gleichbedeutende weiterbildung zu sieghaft, vgl. daselbst, mhd. sigehaftic, -heftic Lexer handwb. 2, 914, mnd. seeghafftig, zegaftich Schiller-Lübben 4, 166ᵇ; victoriosus hd. sege-, sehe-, sig-, sich-, krieg-, kryg-, nd. seghenhafftig. Dief. gloss. 618ᵇ; sighafft, segelhaftig, sighafftiger, strithafftig, uberwinsam. nov. gl. 381ᵇ; nhd. sieghafftig Hulsius 298ᵃ s. sieghaft 1. attributiv: Octavianus .. hadde ein einige dochter, die gaf he dem segehaftigen stritberen manne Marcus Agrippa. d. städtechron. 14, 280, 17; warumb fürchten wir uns denn für der welt, als einem sieghafftigen uberwinder? Luther 5, 7ᵇ; keiser Friderich ist kein unchrist noch ketzer gewest, ... ein seer trefflicher, thewrer, weidlicher, küner und sieghafftiger fürst. 8, 208ᵃ; das ist der sieghafftiger starcker hellt, davon hie Jesaia sagt, das er 'gibbor' heissen solle. 19, 158, 24 Weim. ausg.; obgenanten Julion, den mächtigesten und sighaftigesten ersten römischen kaiser. Aventin chron. 1, 561, 23; Scipio der Römer wirt hochgepreist, das er der züchtigest êrbärest gerechtest tröstlichest künstlichest sighaftest ... hauptman gewesen ist. 475, 28; so auch sieghaftige hand: darumb namen die gerechten raub von den gottlosen, und preiseten deinen heiligen namen herr, und lobeten einmütiglich deine sieghafftige hand. weish. Sal. 10, 20. der im einzelnen falle siegt: wo er obläg, wolt er zu hand mit im, wiewol sighaftigen, kempfen. Aventin chron. 1, 508, 3. prädicativ bezw. adverbial: jr keiserliche macht, welche der allmechtig bis anher ewer keis. maiestet, sighafftig und seliglich zugebrauchen, gnediglich verleihen hat. Just. Jonas bei Luther 6, 452ᵃ (auch in corp. doctr. christ. Leipzig 1560 s. 189). in freierer beziehung: das ritter- und kriegspil, das sighaftig einreiten und -farn mit grossem pracht. Aventin chron. 1, 608, 23. — in freierem und bildlichem gebrauche: ein ernstlich gebet ist ein allmechtig gewaltig und sieghafftig ding. theol. Luther.; das sind die rechten edlen sighaftigen schäferhund, die edlen hirten der schäflin gottes. Schade sat. u. pasqu. 3, 28, 11; damit ir rain sighaftig sêlen durch unüberwintlich geduld zu got irem herren und vatter widerkeren von allen todfeinden, todsünd, hölle, teufl sig êre und preis erlangen. Aventin chron. 1, 48, 21. vom glück, sieg verleihend (?):
im krieg regiert das glück,
das wanckel ist, unstet und flück,
das steht eim teil offt gwaltig bey,
samm es gentzlich sieghafftig sey,
und im günstig zu allen zeiten.
H. Sachs 5, 283ᵇ,
abweichende formen (vgl. siegendhaft):
da er den fürsten reine
als sigenthaftig sach.
heldenb. 331, 9 Keller;
die welt ... will schlecht ein gewaltigen, herrlichen, sigenhafftigen gott haben. S. Franck paradoxa (1539) 110ᵇ. — mit weiterer ableitung: sighafftigklich eynreyten, triumphare, triumphum ducere, triumphum agere. sighafftigklich eynreytend, triumphans, ovans. Maaler 373ᵈ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 939, Z. 76.

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Zitationshilfe
„sieghaftig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sieghaftig>, abgerufen am 24.10.2021.

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