Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sieltief, n.

sieltief, n.,
dasselbe wie sielgraben, s. daselbst, sielkanal, fleet; nd. wort, sîldêp Schiller-Lübben 4, 207ᵃ, sieldeep brem. wb. 4, 787, vgl. 6, 304. Stürenburg 246ᵃ. ten Doornkaat Koolman 3, 183ᵃ. ins hd. entweder als sieltief übernommen oder in sieltiefe, f. geändert: die siel-tiefe, wo sich das wasser sammlet, dasz man es daraus pumpen kan, alvus et locus profundior, e quo aqua antliis hauritur. Frisch 2, 276ᶜ, auch Jacobsson 4, 162ᵇ schreibt so; belege: um die marsch zu entwässern, sind eine menge kanäle, sog. siel-tiefen ... ins land geschnitten und mit sielen, d. h. mit schleusen versehen, die sich dem abflieszenden binnenwasser öffnen, dem von der fluth aufwärts getriebenen meer- oder fluszwasser aber schlieszen. Grube geogr. characterb.¹⁰ 3, 42; da sich fast immer zwischen deich, meer und strom ein gröszeres oder kleineres vorland befindet, so führt eine fortsetzung des canals das aus der schleuse hervorströmende wasser vollends in den flusz, dient häufig zugleich als hafen für kleinere schiffe und kähne und wird sieltief genannt. Allmers marschenb.³ s. 39. — dazu sieltiefregister, n. register über die beiträge der interessenten zur jährlichen aufräumung der sieltiefe. Jacobsson 7, 350ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 958, Z. 17.

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Zitationshilfe
„sieltief“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sieltief>, abgerufen am 23.10.2021.

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