Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sierig, adj.

sierig, adj.,
im ältern nhd. als nebenform zu sehrig, s. das., sp. 165, und serig, sp. 626 (nach der analogie schwer-schwierig? vgl. sieren für sêren bei Oswald von Wolkenstein 60, 2, 13). wund: so aber der magen syrig ist. Khüffner Celsus (1531) 49ᵇ; und wirdt dardurch (durch den blutigen stuhlgang der after) innwendig immer basz syrig. 55ᵃ; inn den gmeynen anruͤffungen, dz ist, geistlichen proceszen, oder creützgäng, gend sie (die geiszler) nach einander daher ..., streichen sich selbs mit gaiszlen, den blossen und sierigen rucken. Alpinus Virgil (1537) 191; wie ein blinder, der zu einem rosenstock kombt, sich notwendig stechen, und seine händ verwunden, sirig unnd blutig machen musz. Albertinus Lucifers königr. 247, 35 Liliencron. später auf seelisches übertragen, zornig:
und ist so raut (rot) und sirich warn,
dasz ihn dfinger gantz zoppelt habn.
niederbair. ged. des 18. jahrh., s. Baierns mundarten 1. s. 225, 45, vgl. s. 228.
regensburgisch sieri verdrieszlich, böse, s. ebenda s. 223. — dazu sierigkeit, f.: nach dem rachen folget auffs nächst der magen, dem dann vil langwerige gebresten zuͦstehndt, jetz ligt jm hitz an, jetz kelte, jetz auch auffblähunge, jetz endtzündunge, jetz auch syrigkeyt (modo exulceratio). Khüffner Celsus 49ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 962, Z. 47.

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Zitationshilfe
„sierig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sierig>, abgerufen am 21.10.2021.

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