Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

signal, n.

signal, n.,
das franz. signal, kaum unter beeinflussung durch mlat. signale du Cange 7, 480, vielmehr nach vorbild der unmittelbar aus dem lat. herübergenommenen unpersönlichen wörter auf -al (lat. -ale) durchweg n., wahrscheinlich im 17. jh. entlehnt. Weigand⁴ 2, 713, zunächst als ausdruck der kriegskunst, für 'zeichen, die personen von einerley partey einander zu geben übereinkommen, um dadurch in gewisser entfernung die gehörigen nachrichten einander zu ertheilen'. Eggers kriegslex. 2 (1757), 909: das signal zum sturm, signum praelio dare. Apin gloss. (1728) 496; die hornisten blasen das signal 'avancieren', 'halt' u. s. f. auf kriegerische vorgänge bezieht sich das wort auch in den folgenden belegen: als man ihn (den befehlshaber Villaroel in dem belagerten Barcelona) gefragt, wen er sich den ergeben wolle, so hatt er geantwort, er woll dasz signal selber geben; den wen er sich nicht mehr würde wehren können, wolle er sich auff eine tonne mitt pulffer setzen undt in die lufft sprengen laszen. Elisabeth Charlotte 3, 420; da were ein mylord auff dem theatre gestiegen undt hette den comedianten mitt dem bloszen degen balaffrirt, so hette der printz geruffen ahn seinen capitaine des gardes, er solle den mylord niederschieszen, so hette der gantz parterre überlaudt geruffen: 'thut man einen schusz, so wirdt es ein signal sein, alles niederzumachen, wasz ins königs parthey ist'. 547; wenn die signoria versammelt ist, werden die zwölf auf das signal eines schnupftuchs mit éinem plözlichen schusz gestrekt, wenn zugleich meine 200 Teutsche das rathhaus mit sturm besezen. Schiller Fiesko 2, 14; meine meinung ist, wir geben laut das signal des aufruhrs, rufen Genuas patrioten stürmend zur rache auf. 3, 5. signale einer kriegsflotte. Eggers kriegslex. 2 (1757), 910ᵇ, unterschieden in tages- und nachtsignale. Jacobsson 4, 162ᵇ. signale zur verständigung zwischen schiffen, die sich begegnen, lootsensignale, nebelsignale, nothsignale. Bobrik 639ᵃ. signale der post: ich hab' schon (als postillon) seit vielen tagen nichts weiter als das signal geblasen. Auerbach dorfgesch. 2, 171, der eisenbahn und sonst von verabredeten zeichen, besonders so fern sie auf weitere entfernung sichtbar oder hörbar sind. bisweilen auch concret: trigonometrisches signal, zum zwecke der landesvermessung an hoch gelegenen punkten errichtetes zeichen. freier in wendungen gleich der folgenden: dieser vorgang gab das signal, war das signal zu einem allgemeinen protest der unzufriedenen. übertragen auf rasch wechselnde, weithin sichtbare beleuchtung, die signalen vergleichbar ist:
abends, wenn die hellen feuer glühn im Hottentottenkraale,
wenn des jähen Tafelberges bunte wechselnde signale
nicht mehr glänzen.
Freiligrath 1 (1886), 151.
vereinzelt in der schreibung singnal: ihr scharfes auge erkannte ihn (den boten) schon in der ferne, und .. er die gräfin gleichfalls, hob die brieftasche hoch über sein haupt, schwenkte sie wie eine standarte zum zeichen guter botschaft, und sie verstand dieses singnal so gut, als wenn der synthematograph von Hanau dabei im spiel gewesen wäre. Musäus volksm. 1, 122.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1901), Bd. X,I (1905), Sp. 964, Z. 3.

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Zitationshilfe
„signal“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/signal>, abgerufen am 20.10.2021.

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